39. ADFC-Fahrradsternfahrt in Berlin auf ihren Fahrrädern (Quelle: dpa)
Video: Abendschau | 14.06.2014 | Freya Reiß

Sternfahrt des ADFC - 120.000 Radler fahren durch Berlin

Für viele Berliner Autofahrer ging am Sonntag gar nichts mehr: Zehntausende Radfahrer hatten sich in den Sattel geschwungen, um an der Sternfahrt des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) teilzunehmen und für eine bessere Infrastruktur zu demonstrieren. Allerdings war das Teilnehmerfeld nur halb so groß wie erwartet.

Das Wetter spielte mit - viele Radler blieben trotzdem zu Hause. Nur etwa die Hälfte der erwarteten 250.000 Fahrradfahrer haben nach Angaben der Veranstalter am Sonntag an der 39. Sternfahrt des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) teilgenommen. 120.000 Radler waren unter dem Motto "Fahrradstadt Berlin - jetzt!" unterwegs und sorgten für erhebliche Behinderungen im Straßenverkehr. Bis auf drei Stürze gab es laut Polizei allerdings keine Zwischenfälle.

Wie jedes Jahr wollten die Radler mit ihrer Sternfahrt für bessere Bedingungen für den Fahrrad-Verkehr demonstrieren. Bis um 14:00 Uhr fuhren sie zum Großen Stern im Tiergarten, wo die Radler um die Siegessäule kurvten.

Routen-Übersicht

Größte Fahrrad-Demo der Welt

Die Sternfahrt des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ist nach Angaben der Veranstalter die größte regelmäßige Fahrrad-Demonstration der Welt. Sie fand in diesem Jahr zum 39. Mal statt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich rund 200.000 Radler. In diesem Jahr gab es 19 Routen von insgesamt 1.000 Kilometern Länge, dazu gehörten auch die Autobahnen A 115 (Avus) und A 100 (Südring). Autofahrer mussten starke Behinderungen in Kauf nehmen.

ADFC fordert 30 Millionen Euro pro Jahr

Politik und Verwaltung hätten den Fahrrad-Boom verschlafen, kritisierte der ADFC im Vorfeld. Anstatt der bisher jährlich sechs Millionen Euro für die Radverkehrsstrategie, müssten künftig 30 Millionen pro Jahr fließen, forderte der Club. "Bei vielen Radfahrern ist die Frustration hoch, weil es an der Umsetzung hapert", sagte die ADFC-Landesvorsitzende Eva-Maria Scheel. Mindestens zehn Vollzeitstellen in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und ein eigenes Referat für Radverkehr sieht das ADFC-Konzept für Berlin vor, außerdem für jeden Bezirk eine zehnköpfige Fahrradstaffel der Polizei.

Weiter sollten das Radwegenetz ausgebaut, mehr Stellplätze für Fahrräder eingerichtet und Hindernisse auf Radwegen beseitigt werden. Auch die 30 Gefahrenstellen, auf die Berliner Bürger bei einer Online-Umfrage 2014 hinwiesen hatten, sollten endlich beseitigt werden, mahnte der Fahrrad-Club an. "Wir fordern, dass die Infrastruktur allen die Möglichkeit bietet, komfortabel und sicher mit dem Fahrrad unterwegs zu sein."

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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