Junge Menschen gießen sich Eimer voller Eiswasser über die Köpfe im September 2014 (Quelle: imago)

Berliner ALS-Ambulanz macht wieder mit - "Ice Bucket Challenge" soll Neuauflage bekommen

Es war der Internet-Hype im Sommer 2014. Millionen Menschen überschütteten sich mit Eiswasser, stellten die Videos davon ins Netz und spendeten bestenfalls Geld für die Behandlung der unheilbaren Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Die Aktion brachte Millionen und soll deshalb wiederholt werden.  

Die "Ice Bucket Challenge" löste im Sommer 2014 einen Hype im Internet aus - nun soll die Aktion zugunsten von ALS-Kranken eine Neuauflage bekommen. Die amerikanische ALS Association teilte mit, dass die Aktion in jedem August wiederholt werden muss, "bis ein Heilmittel gefunden wird".  

Die US-Organisation will Ende Juli im großen Stil dazu aufrufen, die Aktion zu wiederholen. Teilnehmer hatten sich dabei in Internetvideos Eiswasser aus einem Kübel über den Kopf geschüttet - und zu Spenden für Menschen mit der unheilbaren Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufgerufen.

Berliner ALS-Ambulanz nahm 1,6 Millionen Euro ein

Auch der Leiter der Berliner ALS-Ambulanz, Thomas Meyer, hält eine Wiederholung für sinnvoll. "Ich bin aber nicht sicher, inwieweit sich die Umstände und Erfolge der 'Ice Bucket Challenge' des letzten Sommers auch nur annäherungsweise wiederholen lassen." Bis Mitte dieses Jahres kamen dort 150.000 Euro Spenden zusammen - im Jahr der "Ice Bucket Challenge" waren es 1,6 Millionen Euro. Die Zahl der Spender stieg demnach bei der Eiswasseraktion auf 34.000 - vorher waren es 100.  

Bei der amerikanischen ALS Association kamen durch die Aktion 115 Millionen Dollar (92 Millionen Euro) zusammen. Viele Prominente machten mit, unter anderen Bill Gates, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg oder Schlagerstar Helene Fischer. Grünen-Chef Cem Özdemir sorgte sogar für einen kleinen Eklat.

Hälfte der ALS-Kranken stirbt innerhalb von drei Jahren

Bundesweit gibt es laut Meyer zwischen 7.000 und 8.000 Betroffene. Etwa 800 Patienten mit ALS werden derzeit in Berlin betreut. Allein die Kosten für Betrieb und Weiterentwicklung der Ambulanz beliefen sich auf 550.000 Euro im Jahr. Das liegt auch daran, weil die Krankenkassen nur 20 bis 30 Prozent der Kosten für das Ambulanzpersonal übernähmen, berichtete Meyer. Weitere Spenden würden bei der Ambulanz "unbedingt" gebraucht.

ALS führt zu einer Schädigung von Nervenzellen. Etwa die Hälfte der Patienten stirbt innerhalb der ersten drei Jahre. Nur in Ausnahmefällen leben sie länger als ein Jahrzehnt mit der Krankheit.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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