Die Wolken hängen in Berlin hinter dem Fernsehturm (Quelle: dpa)

Temperatursturz in der Nacht - Nach dem Unwetter kommt die Abkühlung

Heftige Gewitter sind am Dienstagabend über Berlin und Brandenburg hinweggezogen. Vor allem im Süden Brandenburgs gab es zahlreiche Blitzeinschläge und viel Niederschlag bis in die Nacht. Der Mittwoch bietet dafür hitzegeplagten Menschen die Chance zum Durchlüften und Durchatmen.

Nach der Hitze können die Berliner in den kommenden Tagen durchatmen. Es bleibt vorerst wechselnd bewölkt und vergleichsweise kühl, wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdiensts (DWD) am Mittwoch sagte. Dabei ist es relativ windig, mit teils heftigen Böen aus westlicher Richtung. Erst zum Wochenende hin werden die Temperaturen in der Bundeshauptstadt wieder sommerlicher.

In Brandenburg sorgten zum Teil massive Regenfälle nicht nur für eine dringend benötigte Abkühlung: Sie haben auch die Löscharbeiten beim Waldbrand auf der Militärbrache "Altes Lager" bei Jüterbog unterstützt. Nach Angaben des Waldbrandschutzbeauftragten Raimund Engel sind bis Mittwochmorgen mehr als zehn Liter pro Quadratmeter gefallen. Allerdings seien nicht alle Brandherde erloschen. "Immer noch steigen vereinzelt Rauchschwaden auf", sagte
Engel. In diesen Arealen werde jetzt patrouilliert. Seit Sonntag seien mehr als 160 Hektar Waldfläche durch das Feuer vernichtet worden. Bei ersten Schätzungen war von rund 200 Hektar die Rede. Zuvor hatte Regen die Lage bis zum Montag schon einmal beruhigt - doch Sonnenschein und Hitze entfachten die Flammen am Dienstag wieder.  

Temperaturen steigen erst am Wochenende wieder

Bis zum Wochenende rechnet der DWD mit keinen weiteren Unwettern in Brandenburg. Allein in Nordbrandenburg wird bis Donnerstag mit einigen kleinen Gewittern gerechnet. Vor allem südlich von Berlin wird es zunehmend trockener - und bis Sonntag sollen die Temperaturen wieder bis auf 28 Grad steigen.

In Berlin werden laut DWD am Donnerstag etwa 19 Grad erreicht, am Freitag etwa 20 Grad. "Sonnabend und Sonntag wird es wieder langsam wärmer, mit 25 Grad und mehr," so ein Sprecher des Wetterdienstes. Kleine Schauer seien dabei nicht ausgeschlossen, Gewitter aber eher unwahrscheinlich. "Vielleicht gibt es mal ein oder zwei Blitze."

Trocken-heiße Tage sorgen für hohe Waldbrandgefahr

Während sich die Menschen in der Mark über das relativ trockene Wetter freuen dürften, bringt es für die Einsatzkräfte beim Brand im "Alten Lager" eher Verdruss. "Es ist zu befürchten, dass sich die Situation wieder verschärft", sagte der Brandschutzbeauftragte Engel mit Blick auf die Wetterprognose. Wirkliche Entspannung ließe sich allerdings ohnehin nur durch ein großflächiges Absammeln von Munitionsresten auf der Militärbrache erreichen. Aber dies sei sehr teuer und kaum finanzierbar. Bei großer Sonnen- und Hitzeeinstrahlung entzünden sich die Munitionsreste von selbst, detonieren und entfachen immer wieder aufs Neue Waldbrände.

Auch in anderen Brandenburger Regionen kam es am Dienstag vereinzelt zu Wald- und Feldbränden. So brannten bei Löwenberg (Oberhavel) bis zu 8.000 Quadratmeter eines Stoppelfeldes ab, in Elbe-Elster bei Stolzenhain 1200 Quadratmeter eines Getreidefeldes. Kleinere Waldbrände wurden auch aus der Prignitz und im nördlichen Havelland gemeldet. 

Aktuelle Waldbrandwarnstufen Brandenburg

Höchste Warnstufe in Oberspreewald-Lausitz

Entspannung brachte der Regen für die Wälder vor allem im Norden Brandenburgs, teilte Raimund Engel vom Landesbetrieb Forst mit. In der Prignitz, in Ostprignitz-Ruppin, im Havelland werde ab Mittwoch anstatt der Waldbrandstufe 3 die 1 gelten. In der Uckermark, im Barnim, in Märkisch-Oderland, Oder-Spree und Potsdam-Mittelmark die Stufe 2.

Problematisch bleibt es jedoch vor allem im Süden Brandenburgs: In Oberspreewald-Lausitz gelte ab Mittwoch voraussichtlich die höchste Waldbrandwarnstufe 5, für Elbe-Elster und Spree-Neiße die 4, hieß es.

Im Gegensatz zu anderen Regionen in Deutschland war das etwa dreistündige Unwetter am Dienstagabend in Berlin und Brandenburg ohne größere Folgen geblieben. In Berlin registrierte die Feuerwehr nur rund zehn witterungsbedingte Einsätze. Auf dem Flughafen Schönefeld wurde lediglich um 21.34 Uhr für mehr als eine halbe Stunde die Abfertigung eingestellt. "Berlin wurde verschont", sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Mittwoch.  

Blitze in Berlin und Brandenburg um von 21:45 Uhr bis 22:45 Uhr (Quelle: http://www.lightningmaps.org/)
Blitze in Berlin und Brandenburg (Quelle: http://www.lightningmaps.org/)

In Brandenburg stürzten bei den Gewittern am Dienstagabend zahlreiche Bäume um - verletzt wurde aber niemand. Auch die Deutsche Bahn verzeichnete bis kurz vor Mitternacht nur kleinere Störfälle. In Luckenwalde (Teltow-Fläming) unterbrach ein umgestürzter Baum zeitweise die Stromversorgung.

Helene Fischer unterbricht Konzert

Bereits am Sonntag hatte es heftige Gewitter gegeben, die zu zahlreichen Problemen führten: Bahnreisende mussten wegen der Hitze und der darauffolgenden Unwetter in Berlin und Brandenburg erhebliche Beeinträchtigungen in Kauf nehmen, weil durch herabstürzende Bäume und Blitzeinschläge in der Nacht zu Montag die Oberleitungen beschädigt worden waren.

Auch Schlagerfans hatten das Nachsehen: Helene Fischer ("Atemlos durch die Nacht") musste ein Konzert im Olympiastadion vorzeitig beenden.  

Sommer satt in Berlin und Brandenburg

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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