Mauerbau: Schilder erinnern an Ulbrichts Falschaussage (Bild dpa)

Forscher entdecken Briefe an Moskau - Ulbricht wollte Mauer schon vor 1961 bauen

Wie frech gelogen Walter Ulbrichts Aussage im Juni 1961 zum geplanten Mauerbau war, lernt man heute bereits in der Schule: Selbstverständlich hatte der SED-Chef die Absicht, die DDR-Grenze zum Westen dicht zu machen. Und wie man jetzt weiß: Er wollte es sogar noch viel früher.

Schon Jahre vor dem Mauerbau von 1961 wollte SED-Generalsekretär Walter Ulbricht nach neuen Recherchen die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin schließen. Er habe sich bereits Ende Februar 1952 mit einem entsprechenden Schreiben an die sowjetische Besatzungsmacht gewandt, teilte die Stiftung Berliner Mauer am Montag mit. Dies sei aus bislang unbekannten Dokumenten hervorgegangen.

Das Ersuchen sei lange Zeit unbeantwortet geblieben. Erst nach Stalins Tod 1953 habe der Ministerrat der damaligen Sowjetunion einen ablehnenden Beschluss gefasst, hieß es zu dem Aufsatz von Manfred Wilke und Gerhard Wettig.

Vor rund 54 Jahren, am 13. August 1961, begann der Bau der Berliner Mauer, der die deutsche Teilung für mehr als 28 Jahre besiegelte. Ulbricht selbst hatte den Mauerbau noch im Juni 1961 mit einer dreisten Lüge versucht zu vertuschen. "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten", lautete seine Antwort auf die entsprechende Frage der Journalistin Annamarie Doherr.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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