ILLUSTRATION - Eine Person, die Handschuhe und einen Kapuzenpulli trägt, betritt am 29.12.2015 eine fremde Wohnung (Quelle: dpa)

Polizei Berlin startet Twitter-Offensive #keinbruch - Mit 140 Zeichen gegen Einbrüche

Tausende Wohnungen und Häuser in Berlin werden jährlich aufgebrochen - für die Bewohner oft ein traumatisches Erlebnis. Die Polizei widmet nun bis Sonntag dem Thema Einbruch eine Social Media-Aktion unter #keinbruch. Neben aufgebrochenen Fenstern und Türen ging der Polizei in der ersten Stunde ein Einbrecher ins Netz.

Die Polizei Berlin hat am Montag die Social Media-Offensive #keinbruch gestartet. Bis zum kommenden Sonntag twittert und postet die Polizei alles zum Phänomen Einbruch auf ihren Social Media-Kanälen Twitter und Facebook.

Schon in der ersten Stunde hieß es am Montag: "Unsere Zivilfahnder erwischten gerade in #Wilmersdorf einen Einbrecher auf frischer Tat." Gegen 15.00 Uhr ging es weiter: "Ein Mieter in #Marzahn findet Einbruchspuren, Blut und einen Schuhabdruck an seiner Wohnungstür, unsere Kollegen gehen dem nach." Kurz darauf: "Auf der Suche nach möglichen Tatorten entdecken Ermittler im Haus eine offene Wohnungstür, der Schlüssel steckt von außen."

Nicht jeder Einbruchsversuch endete mit einem Erfolg für die Kriminellen. "Gut gesichert, also #keinbruch. Unsere #k1 Kollegen kommen gerade von einem Tatort in #Tegel. 2 Hebelspuren an der massiven Tür", schrieben die Polizisten wenig später. So transparent wie möglich soll die tägliche Arbeit der Kriminalkommissariate dargestellt werden. Die Polizei will besonders ihre Präventionsarbeit darstellen.

Bis Sonntag veröffentlicht die Polizei Details zu Einbrüchen in der Hauptstadt - zwischen 14 und 22 Uhr. Dieser Zeitpunkt ist dabei nicht zufällig gewählt, denn die meisten Einbrüche passieren tagsüber, wie Pressesprecher Stefan Redlich dem rbb sagte. Die Polizei wolle so auf ein Delikt aufmerksam machen, das "nicht jeden Tag in den Pressemitteilungen auftaucht".

Ermittlungen oft sehr schwierig

Seit 2006 hat sich die Zahl der Einbrüche in Berlin verdoppelt, liegt bei knapp 12.000 im Jahr. Laut Redlich sei die Zahl der Einbrüche in Berlin im vergangenen Jahr zwar gesunken, Opfer eines Einbruchs seien aber besonders traumatisiert, da in den persönlichen Schutzbereich einer Person eingebrochen würde. Zudem seien die Ermittlungen bei Einbrüchen teilweise sehr schwierig, v.a. wenn es sich um reisende Täter handele.

Die Aktion #keinbruch soll auf der einen Seite zeigen, wie die Täter vorgehen, aber auch, wie man sich vor Einbrüchen schützen kann. Dabei ginge es laut Redlich um ganz einfache Dinge, z.B. die Haustüre abzuschließen oder alle Fenster zuzumachen. Durch solche einfachen Maßnahmen konnte die Zahl der für die Täter erfolgreichen Einbrüche inzwischen reduziert werden. Denn bei nur noch knapp der Hälfte aller Einbrüche in Berlin gelangen die Täter überhaupt ins Haus. 

Die Twitter-Aktionen der Polizei haben inzwischen fast schon Tradition. Zuletzt hatte die Polizei unter dem Hashtag #pickpocket zum Thema Taschendiebstahl getwittert.

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