Am Morgen des 07.01.2015 kippte auf dem südlichen Berliner Ring (A10) ein Lkw um. (Quelle: Polizei Brandenburg)
Video: Brandenburg aktuell | 07.01.2015 | Tim Jaeger

Abends droht Blitzeis in der Region - Umgekippte LKW blockieren stundenlang A10

Auf dem südlichen Berliner Ring ging am Donnerstag über Stunden nichts mehr: Ein schwerer Unfall mit gleich zwei Lkw legte den Verkehr komplett lahm. Mittlerweile hat die Polizei die A10 zwar wieder freigegeben. Gegen Abend aber droht in der Region schon wieder neues Ungemach: Tauwetter setzt ein. Und dabei entsteht oft Blitzeis.  

Zwei umgestürzte Lastwagen haben am Donnerstag für erhebliche Verkehrsprobleme auf dem südlichen Berliner Ring gesorgt. Zwischen den Abfahrten Ludwigsfelde-Ost und -West verloren die beiden Fahrer unabhängig voneinander die Kontrolle über die Sattelzüge, berichtete die Polizei. Beide Lkw kippten kurz hintereinander auf die Seite und blockierten alle Fahrspuren Richtung Magdeburg. Als Grund nannte eine Polizeisprecherin zu schnelles Fahren. Die Bergungsarbeiten sind inzwischen beendet; die Autobahn 10 ist wieder frei für den Verkehr.

Fahrer aus acht Metern Höhe befreit

Die beiden Fahrer, 60 und 39 Jahre alt, kamen mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus. Der Laster des 60-Jährigen hatte 20.000 lebende Küken an Bord, die zum großen Teil noch leben und umgeladen werden mussten. Bei diesem Fahrzeug gestaltete sich die Bergung schwierig, auch weil er sich auf einer Brücke befand. Das andere Fahrzeug transportierte Verpackungen aus Kunststoff. Beim Unfall hatte sich der Lkw so aufgestellt, dass Feuerwehrleute den Fahrer aus acht Meter Höhe mit einer Leiter aus dem Wagen retten mussten.

Die Polizei ließ die Autofahrer hinter der Unglücksstelle auf der A10 wenden und nacheinander abfahren. Hunderte hatten zum Teil sechs Stunden lang festgesteckt.

Bei der S-Bahn hakt es noch

Insgesamt hat sich die Lage in Berlin und Brandenburg am Donnerstag nach den zahlreichen Glätteunfällen am Vortag aber entspannt. Inzwischen sind viele Straßen und Wege geräumt. Die Berliner Feuerwehr registrierte in der Nacht zum Donnerstag keine Häufung von Unfällen mehr.

Ausfälle durch Eis und Schnee meldete am Donnerstagmorgen wieder die S-Bahn. Die S47 fuhr am Donnerstagmorgen nach Angaben der S-Bahn Berlin nur zwischen Spindlersfeld und Schöneweide. Die S9 verkehrte nur zwischen Flughafen Schönefeld und Treptower Park. Schon am Mittwoch hatten Weichen- und Signalstörungen sowie zugefrorene Türen den Verkehr deutlich stärker beeinträchtigt.

Auf glatten Straßen mit Schnee und Eis hatte es in der Hauptstadt am Mittwoch knapp 500 Verkehrsunfälle gegeben. Die meisten verliefen nach Angaben der Polizei vom Donnerstag allerdings glimpflich. Insgesamt seien es aber deutlich mehr Unfälle als normal gewesen.

Auch in Brandenburg weniger Unfälle

Auch in Brandenburg gab es nach einer Häufung am Mittwoch nun deutlich weniger Unfälle. Am Donnerstagmorgen kam es bei drei Unfällen mit Lastwagen lediglich zu Blechschäden, wie die Polizei in Potsdam mittelte. In der Nacht sei es zu elf witterungsbedingten Unfällen gekommen, bei denen zwei Menschen verletzt wurden.

Trotzdem gab es für die Autofahrer in Brandenburg einige Einschränkungen: Die Ausfahrt Potsdam-Nord der A10 musste ebenso wie die Grenze zu Polen auf der A12 wegen liegen gebliebener Lastwagen in Frankfurt (Oder) gesperrt werden.

Am Mittwoch hatte anhaltender Schneefall zu schwierigen Verkehrsverhältnissen in Brandenburg geführt. Insgesamt gab es 322 Unfälle mit 35 Verletzten. Davon waren 134 Unfälle mit 26 Verletzten auf Glätte zurückzuführen.

Tauwetter könnte für neue Glätte sorgen

Allerdings ist Tauwetter vorhergesagt. Am Donnerstagabend sollen die Temperaturen wieder ansteigen und am Freitag nach dem strengem Frost wieder über den Gefrierpunkt steigen. Dadurch könnte es zu tauendem Schnee - und auch zu überfrierender Nässe kommen.

Mit Informationen von Lisa Steger, Antenne Brandenburg

Berlin und Brandenburg im Winter-Wunder-Ärger-Land

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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