Die Franz Carl Achard Grundschule in Berlin-Kaulsdorf: Das oberste Stockwerk ist einsturzgefährdet. (Quelle: rbb/Abendschau)

Prüfbericht: Sanierung ist möglich - Achard-Schule wird wohl doch nicht abgerissen

Erhebliche Unruhe gibt es seit Beginn des neuen Schuljahrs an der Franz-Carl-Achard-Grundschule in Berlin-Marzahn: Das Gebäude wurde kurzfristig geschlossen, weil Gutachter vor einer Einsturzgefahr durch Hausschwamm warnten. Seither müssen 370 Grundschüler pendeln. Doch nun zeichnet sich eine überraschende Wende ab.

In wenigen Tagen - am 20. Januar - sollten die Abrissarbeiten beginnen, doch jetzt gibt es eine unerwartete Kehrwende bei der Berliner Franz-Carl-Achard-Schule: Das einsturzgefährdete Gebäude wird voraussichtlich saniert statt abgerissen. Im September 2015 war die Grundschule in Kaulsdorf überstürzt geschlossen worden.

Grund für die damalige Entscheidung waren Gutachten, die zur kurzfristigen Schließung rieten: Drei Räume im zweiten Obergeschoß des Nordflügels seien sofort zu sperren. Auch die Statik des Treppenhauses sei gefährdet, weil das Schulgebäude von Hausschwamm befallen sei. Das Bauamt sah zudem den Brandschutz als nicht mehr gegeben. Seitdem pendeln rund 370 Schüler mit Bussen in eine Schule nach Marzahn.

In wenigen Monaten könnten die Schüler wieder zurück

Im November beschloss das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf dann den Abriss des Gebäudes. An gleicher Stelle sollte ein sogenannter Modularer Ergänzungsbau errichtet werden. Die Abrisskosten wurden mit 800.000 Euro beziffert, die Baukosten für den Neubau sollten rund fünf Millionen Euro betragen. Die Schüler sollten zwei Jahre lang mit Bussen in die rund 15 Minuten entfernte Marcana-Schule in Marzahn gefahren werden.

Doch nun stellt ein neuer Prüfbericht die Abrisspläne jetzt infrage. Das Hauptgebäude der Schule kann laut Bericht mit "überschaubarem Sanierungsaufwand" binnen zwei bis drei Monaten wieder in Betrieb genommen werden – das koste finanziell nur einen Bruchteil der kalkulierten Abrisskosten.

Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD) hat die Abrisspläne nun vorläufig ausgesetzt. In den kommenden Wochen soll überprüft werden, ob die Instandhaltung des historischen Schulgebäudes machbar sei. Am 19. Januar sollen die Ergebnisse der Gespräche in einer gesonderten Ausschusssitzung präsentiert werden.

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