Der Eingang zum Club Tresor in der Köpenicker Straße in Mitte (Quelle: dpa)

Debatte über Zutrittsverbote in Freiburg - Berliner Clubs: Wir sind hart, aber fair

Berlin ist bekannt für seine harte Türpolitik in der Clubszene - tagtäglich werden Gäste abgewiesen. Die Clubcommission stellte am Montag aber klar, um Hautfarbe gehe es dabei nicht. Hintergrund sind Berichte, dass es in Freiburger Clubs Zutrittsverbote für Flüchtlinge gibt.

Die Berliner Clubs sind nach eigenen Angaben strikt bei der Auswahl der Gäste, aber nicht diskriminierend, was die Herkunft angeht. Das sagte Lutz Leichsenring vom Dachverband Clubcommission am Montag. Die Türpolitik sei streng, weil - besonders in Touristen-Gegenden - die Nachfrage so groß sei, so Leichsenring.

Die Auswahl der Gäste richtet sich Leichsenring zufolge nicht nach der Hautfarbe, sondern danach, ob sie zum Publikum des Clubs und zur Musikrichtung passen. Probleme könnten generell Gruppen bekommen. Aber er ergänzte: "Es kann auch eine Gruppe von Geschäftsleuten treffen."

Der Sage Club in Berlin steht natürlich auch im neuen Clubkataster (Quelle: dpa)
In Berliner Clubs zu kommen ist grundsätzlich schwer

Medienbericht über Belästigungen

Hintergrund der Debatte sind Recherchen der "Badischen Zeitung", wonach Discos und
Clubs in Freiburg entschieden haben, keine Flüchtlinge mehr einzulassen oder den Zutritt zu begrenzen. Die Betreiber begründen dies demnach unter anderem mit sexuellen Belästigungen von Frauen, mit Diebstählen und Gewalt.

Der Freiburger Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) sagte am Montag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", er wolle die Vorfälle nicht verharmlosen. Er vermute, dass es sich bei den mutmaßlichen Tätern höchstwahrscheinlich um junge Männer aus den Maghreb-Staaten handeln könnte. Salomon forderte mehr Polizisten in der Stadt.

Von der Polizei in Freiburg hieß es allerdings am Montag, eine besondere Häufung etwa von sexuellen Übergriffen in Discos sei der Behörde nicht bekannt. Betroffene sollten sich gegebenenfalls bei der Polizei melden.

Leichsenring sagte am Montag, von Berliner Clubs habe er keine vergleichbaren Vorwürfe gehört. In der Stadt gibt es nach seiner Kenntnis etwa 80 bis 120 Clubs, je nach Zählweise. Davon unterscheidet er die Diskotheken, in denen es mehr ums Gesehenwerden als um die Musik gehe.

Nicht pauschal den Zutritt verwehren

Der Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT) Discobetreiber wies unteressen darauf hin, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen nicht pauschal an der Tür abgewiesen werden dürfen. Zwar dürfe Besuchern der Zutritt verwehrt werden, wenn es Gründe dafür gebe, sagte BDT-Geschäftsführer Stephan Büttner am Montag. Das gelte vor allem, wenn sie aggressiv oder beleidigend aufträten, Kontrollen verweigerten, betrunken seien oder unter Drogen stünden. Aber: "Pauschale Abweisung geht nicht."

Die bekanntesten Elektro-Clubs der Hauptstadt

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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