Hauptbrandschutzmeister Christian Rusch leistete am frühen Morgen des 05.01.2016 Geburtshilfe über das Telefon. Eine schwangere Frau hatte es bei eisigen Temperaturen nicht mehr ins Krankenhaus geschafft. (Quelle: rbb/Knut Müller)
Video: zibb | 07.01.2016 | Carsten Krippahl

Entbindung durchs Telefon geleitet - Der Geburtshelfer aus der Feuerwehrzentrale

Eigentlich sah es nach einer ganz normalen Nacht in der Einsatzzentrale aus - doch dann ging ein ganz besonderer Notruf ein: Eine Schwangere schafft es nicht rechtzeitig ins Krankenhaus. Und da war Hauptbrandschutzmeister Christian Rusch dann auf einmal ziemlich gefordert.   

Es muss ein Szenario gewesen sein, wie man es sonst nur aus Hollywood oder der Autowerbung kennt: Auf den letzten Drücker fährt ein werdender Vater in Marzahn seine hochschwangere Partnerin zur Entbindungsklinik. Doch dann stellen sie fest, dass sie es wohl nicht rechtzeitig dorthin schaffen werden. Also fahren sie rechts ran und wählen den Notruf. Kann man ihnen da vielleicht helfen?

Hauptbrandschutzmeister Christian Rusch hat gerade Dienst, als der Anruf der verzweifelten werdenden Eltern am frühen Dienstagmorgen um 2:19 Uhr eingeht: Die stehen am Straßenrand, es ist kalt, und die Fruchtblase ist bereits geplatzt. Es bleibt keine andere Wahl: Die Eltern müssen das Kind selbst entbinden.

"Dann kam das große Brüllen - da war ich erleichtert"

Jetzt gilt es erst einmal, ruhig zu bleiben, Fingerspitzengefühl ist gefragt. "Das Problem ist natürlich, dass man am Telefon nicht durchgreifen kann", schildert Rusch die Situation gegenüber dem rbb. Also habe er versucht, sich in die Lage des Mannes hineinzuversetzen. Das scheint ihm auch gut gelungen zu sein: Nach drei Minuten sei das Baby zur Welt gekommen, erinnert sich der telefonische Geburtshelfer.

Doch dann ein kurzer Schockmoment: Rusch hört das Kind am Telefon nicht schreien. Er hält den frisch gebackenen Vater an, seinem Kind das Gesicht zu säubern und den Rücken zu rubbeln. Das zeigt zur Beruhigung aller Wirkung: "Dann kam das große Brüllen und ich war erleichtert." Die Eltern werden anschließend noch mit Tipps versorgt, wie sie das Neugeborene am besten warm halten, bevor der Notarzt eintrifft.

Christian Rusch ist erleichtert, dass alles so gut geklappt hat. Der 40-Jährige ist selbst schon dreimal Vater geworden, zuletzt vor etwa einem halben Jahr bei seiner kleinen Tochter. Der neugeborene Junge, dem er jetzt so erfolgreich auf die Welt geholfen hat, wird zwar nicht wie er "Christian" heißen, doch das ist seinem Geburtshelfer auch weniger wichtig: "Ich bin froh, dass das Kind einfach gesund ist."

Mit Informationen von Knut Müller

Beitrag von P. Bastian Welte

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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