Haus mit Wasserschaden (Quelle: rbb/Brandenburg aktuell)

Nachbar flutet Gelände in der Uckermark - Illegale Brunnenbohrung: Familie muss Haus verlassen

Im vergangenen Sommer hieß es Land unter in einer Straße in Gollmitz (Uckermark). Der Nachbar hatte ohne Genehmigung einen Brunnen bohren lassen, das Grundwasser brach von unten in das Haus ein – und ist bis heute geblieben. Monatelang passierte von Seiten der Behörden wenig. Jetzt kam die Schreckensbotschaft: Die Familie muss ihr Haus verlassen.

Peter Quass und seine Mutter Erika trauten ihren Auge nicht, als sie am Mittwoch die Post öffneten: Ein Eilbescheid des Landkreises forderte sie auf, ihr Haus zu verlassen.

Peter Quass ist geschockt – eine regelrechte Vergewaltigung sei das: "Von heute auf morgen sollst Du Deine Sachen packen, von heute auf morgen kriegt man in Deutschland aber keinen Wohnraum."

Peter Quass (Quelle: rbb/Brandenburg aktuell)
Peter Quass soll sein Haus umgehend verlassen.

Im vergangenen Sommer hatte ein Anwohner illegal einen Brunnen bohren lassen. Das austretende Wasser überflutete ein Nachbargrundstück. Noch heute muss das Wasser täglich aus dem Keller von Peter und Erika Quass gepumpt werden. Jetzt, ein halbes Jahr später, liegen dem Landkreis erste Bodenuntersuchungen vor. Das Ergebnis ist klar: Es besteht akute Gefahr für zwei Häuser und die vorüberführende Straße.

Das sei keine Art und Weise des Vorgehens, empört sich Peter Quass: "Die Gefahr für das Haus existiert eigentlich schon seit August, September. In Protokollen wurde das immer wieder niedergeschrieben." Dass man jetzt auf einmal so schnell handele, sei merkwürdig, meint Quass: "Man hätte früher mit uns reden und das alles in Ruhe klären können. Man hätte auch Wohnraum suchen können." Seine Mutter ist verzweifelt: "Das ist so furchtbar – wenn man das alles aufgebaut hat, und jetzt wegen anderer Menschen auf die Straße gesetzt wird. Ich habe nur einen Wunsch: Dass das Haus nicht zusammenfällt."

Neben Erika Quass und ihrem Sohn müssen auch die Anwohner des Nachbarhauses – also die Verursacher – ihre Wohnung verlassen. Und zwar sofort, denn sonst droht ein Zwangsgeld in Höhe von 3.000 Euro.

Mögliche Entlastungsbohrungen wurden vom Landkreis untersagt. Seitdem fließt das Wasser. Wer am Ende für den Schaden aufkommt – darüber wird noch gestritten.

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