Hund schaut kritisch (Quelle: dpa)

Hundeverbot am Schlachtensee nur noch im Sommer - Was Fiffi wann dürfen soll

Darf er oder darf er nicht? Ein generelles Hundeverbot an den Uferwegen des Schlachtensees und der Krummen Lanke hat das Verwaltungsgericht Mitte Dezember gekippt. Jetzt planen CDU und Grüne eine saisonale Regelung. Hundefrei sollen die Uferwege demnach von April bis Oktober bleiben.

Monatelang schon gibt es Gezerre. Weil die Badegäste nicht durch badende Hunde belästigt werden sollen, hatte das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf Mitte Mai 2015 Hunde auf den Uferwegen von Schlachtensee und Krummer Lanke generell verboten – sehr zum Unmut der Hundebesitzer. Bürgerinitiativen hatten gegen die Regelung geklagt – und vom Verwaltungsgericht im Dezember Recht bekommen. Seither können Hundehalter dort wieder mit ihren angeleinten Vierbeinern Gassi gehen. Doch CDU und Grüne machen jetzt einen neuen Vorstoß. In die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) will die CDU am Mittwoch den Antrag auf eine "saisonale Lösung" einbringen.

Grüne nicht mehr kompromisslos

Denn das Gericht kassierte im Dezember zwar das Verbot, ließ aber ein paar Hintertüren für einen neuen Anlauf offen. So bemängelte der Richter explizit die Begründung des Bezirks, wonach die Uferwege insgesamt als Badestelle anzusehen seien. Aus der Urteilsbegründung geht hervor, dass der Bezirk nun eine weniger weit reichende Neuregelung erlassen könnte.

Weniger weit reichend heißt in diesem Fall jetzt: Fiffi soll nach den Plänen der CDU von 15. Oktober bis 15. April an der Leine mitgeführt werden dürfen. Die Grünen unterstützen den Antrag, favorisieren aber den 15. März, wie Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto rbb online am Dienstag sagte, weil im April Brutzeit bei Vögeln und Enten ist. Die Lösung soll zunächst für ein Jahr gelten. Die Grünen-Politikerin räumte aber ein, dass es vom Gericht noch keine schriftliche Urteilsbegründung gebe. Sie rechne innerhalb der nächsten zwei Wochen damit, so Markl-Vieto. Dann wolle man entscheiden, ob der Bezirk noch in Berufung geht. "Weiterhin ist unser Ziel, Schlachtensee und Krumme Lanke für die Badegäste zu erhalten", erklärte die Bezirksstadträtin weiter. Über die Sommermonate sind dann Hunde generell verboten.

Bis zum Urteil des Verwaltungsgerichts hatte Christa Markl-Vieto Kompromisse immer wieder abgelehnt. Sie selbst habe in den letzten Jahren zwei bis drei Mal versucht, Kompromisse für einen hundefreien See zu finden, was aber nicht möglich war, sagte sie weiter. Deshalb habe sie eine andere Taktik eingeschlagen.

Status als EU-Badestellen soll erhalten bleiben

Das Verbot soll dem Bezirk auch helfen, dass die Seen weiterhin den Status als EU-Badestellen tragen dürfen. Der nahe gelegene Grunewaldsee, an dem Hunde baden dürfen, hatte zuvor diesen Status verloren. Laut Argumentation des Bezirksamts seien daran die Hinterlassenschaften der badenden Hunde schuld gewesen. 

Kartenbeispiel Kompromiss Hundeverbot (Quelle: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin)
Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

Studio Frankfurt

Vom Landkreis Oder-Spree bis zur Uckermark: Das rbb-Regionalstudio Frankfurt (Oder) mit Nachrichten, Reportagen und Hintergründen aus der Region.  

Das könnte Sie auch interessieren

Hund im Wasser (Quelle: dpa)

Demo gegen Hundeverbot - Mit Hasso ans verbotene Ufer

Es bleibt kurios am Schlachtensee: Seit Mitte Mai sind am Ufer Hunde verboten. Am Dienstagabend fand dort aber eine Demo für ein "friedliches Miteinander" statt - und Herrchen durfte seinen Hund auch noch mitbringen. Denn noch immer ist unklar, ob die geltende Verordnung überhaupt rechtens ist.