ARCHIV - Ein Passant geht am 17.12.2004 an einem Warnschild mit der Aufschrift "Achtung Rutschgefahr" vorbei (Quelle: dpa)

Nach dem Schnee kommt das Eis - Blitzeis bringt Autos und Fußgänger ins Rutschen

Regen, der auf dem gefrorenen Boden zu Blitzeis wurde, hat in einigen Teilen Brandenburgs Gehwege und Straßen in Rutschbahnen verwandelt. Es kam zu zahlreichen Unfällen. Wegen eines umgekippten Lastwagens war die A13 in Richtung Dresden gesperrt. Berlin ist vergleichsweise glimpflich davongekommen.

Das Atlantiktief "Iris" hat am Samstag in weiten Teilen Deutschlands für spiegelglatte Straßen gesorgt. Das Tief brachte von Westen her Plusgrade nach Berlin und Brandenburg - und Regen, der auf dem gefrorenen Boden zu Eis wurde.

Für ganz Brandenburg und Berlin hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag eine Glatteiswarnung herausgegeben, die im Osten Brandeburgs noch bis in die Nacht galt.  

Autobahn nach Lkw-Unfall zeitweise gesperrt

Im Laufe des Tages kam es zu mehreren glättebedingten Verkehrsunfällen - meist blieb es bei Blechschäden, teilweise gab es aber auch Verletzte. Bei einem Unfall mit zwei Lastwagen auf der A13 südlich von Berlin ist einer der Fahrer verletzt worden. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn am Samstag ins Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte. Der Fahrer des zweiten Lastwagens blieb unverletzt.  

Einer der beiden Lastwagen kippte bei dem Unfall in der Nähe von Groß Köris (Dahme-Spreewald) um und löste eine Vollsperrung Richtung Dresden aus, die bis in den späten Abend dauerte. Zur Bergung wurde ein Kran angefordert, wie ein Polizeisprecher am Nachmittag sagte. Wegen Reparaturarbeiten ist noch bis Montag die linke Spur gesperrt.

Zehn wetterbedingte Einsätze in der Lausitz

Im Verlauf des Tages registrierte die Regionalleitstelle Lausitz zehn wetterbedingte Einsätze. Bei Schenkendöbern (Spree-Neiße), Klein Meßow (Oberspreewald-Lausitz) und Herzberg (Elbe-Elster) überschlugen sich Autos, es gab auch hier Verletzte.

Auch im Osten des Landes krachte es, aber nicht so häufig wie im Süden. In Lebus (Märkisch-Oderland) kamen zwei Verletzte ins Krankenhaus, nachdem ihr Auto von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt war. Bei Klein Mehßow (Oberspreewald-Lausitz) wurde eine Frau verletzt, weil sich ihr Wagen bei Eisglätte überschlagen hatte.

Fahrzeuge sind am 23.01.2016 auf der A115 nahe Potsdam (Brandenburg) unterwegs (Quelle: dpa)
Auch die Autobahnen werden zur Rutschbahn.

Regen + gefrorener Boden = Glatteis

In Berlin blieb es am Samstag zunächst vergleichsweise ruhig, wie die Feuerwehr mitteilte. Vereinzelt seien Passanten gestürzt, schlimmere Unfälle aber ausgeblieben. Am Morgen war die Kuppel des Reichstags vorübergehend für Besucher geschlossen worden. Der abschüssige Boden sei zu rutschig, sagte eine Bundestagssprecherin.

Insgesamt hat "Iris" milderes Wetter. Bis zum Abend waren die Temperaturen in der Region Berlin-Brandenburg stellenweise auf bis zu fünf Grad gestiegen, aus Schneefall wurde Nieselregen. Das Problem dabei: Auch wenn die Temperaturen über Null Grad kletterten, war der Boden weiter gefroren. "Wenn Niederschlag kommt, regnet es, statt zu schneien - und der Regen fällt dann auf den gefrorenen Boden - so entsteht Blitzeis", erklärte Simon Trippler vom DWD.

Feuerwehr warnt: Nicht aufs Eis gehen

Am Sonntag wird es überall milder, Tauwetter setzt ein. So soll es dem Deutschen Wetterdienst zufolge dann auch die Woche über bleiben. 

Die Feuerwehr warnt davor, zugefrorene Gewässer in Berlin und Brandenburg zu betreten. Die Dicke des Eises sei schwer einzuschätzen, hieß es von der Regionalstelle Lausitz. Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) empfiehlt zum Schlittschuhlaufen bei stehenden Gewässern eine Eisdicke von mindestens zehn Zentimetern. Bei fließenden Gewässern sei 15 Zentimeter dickes Eis notwendig.

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