Nach Mordfällen "Elias" und "Mohamed" - Polizei sucht offenbar nach weiteren Opfern

Rund zwei Monate nach der Festnahme des mutmaßlichen Mörders von Elias und Mohamed sucht die Polizei jetzt offenbar nach weiteren Opfern. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, im Zuge der Ermittlungen seien weitere Grundstücke in Brandenburg umgegraben werden. Der Prozess gegen den Hauptverdächtigen könnte im Frühjahr beginnen.  

Ende Oktober wurden die Leichen der beiden Jungen Elias und Mohamed gefunden - jetzt sucht die Polizei offenbar nach weiteren Opfern. Die Potsdamer Staatsanwaltschaft bestätigte am Donnerstag dem rbb, Beamte hätten deswegen in den vergangenen Wochen mehrere Gärten und Grundstücke untersucht. Zuvor hatte die Märkische Allgemeine berichtet, dass der Boden zweier Grundstücke in Treuenbrietzen und in der Gemeinde Seddiner See durchsucht wurden. "Beide Maßnahmen sind ergebnislos verlaufen", sagte Sarah Kress, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam, im Antenne Brandenburg-Interview. Den möglichen Anlass für die Durchsuchungen oder eventuelle Hinweise wollte die Staatsanwaltschaft nicht nennen und verwies dabei auf die noch laufenden Ermittlungen.

Mordprozess beginnt vermutlich im Frühjahr

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder könnte schon in wenigen Monaten beginnen. “Ich rechne mit einer Anklage im Frühjahr“, sagte der Potsdamer Rechtsanwalt Mathias Noll am Donnerstag. Der 32-jährige Silvio S. aus dem brandenburgischen Kaltenborn (Teltow-Fläming) hatte Ende Oktober beide Morde gestanden.

Elias war vor einem halben Jahr am 8. Juli von einem Spielplatz im Potsdamer Stadtteil Schlaatz verschwunden, das Flüchtlingskind Mohamed wurde am 1. Oktober vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) entführt.

Noch keine Feststellung der Schuldfähigkeit

Silvio S. wird von einem Gutachter auf seine Schuldfähigkeit untersucht. Das Ergebnis liege aber noch nicht vor, sagte Noll. “Mein Mandant hat keine weiteren Aussagen gemacht“, betonte der Anwalt.

Der 32-Jährige hatte den Ermittlern nach seiner Festnahme erklärt, er habe Mohamed missbraucht und mit einem Gürtel erdrosselt. Zu dem Mord an Elias machte er keine Angaben. Der mutmaßliche Mörder sitzt weiter zum Schutz vor Gewalt von Mitgefangenen in einer Einzelzelle in Brandenburg/Havel in Haft.

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