Jan Hofmann am 07.01.2015 an der Ubahn-Haltestelle Hönow kurz vor seinem ersten Rekordversuch alle Berliner Ubahn-Stationen in unter sieben Stunden abzufahren. Der Versuch misslang auf Grund der unregelmäßigen Abfahrtszeiten wegen des Schnees. (Quelle: Jan Hofmann)

Sechs Minuten drüber - Neuer U-Bahn-Rekord knapp verpasst

Am Ende fehlten nur sechs Minuten: Der Münchner Jan Hofmann ist auch mit seinem zweiten Versuch gescheitert, das Gesamtnetz der Berliner U-Bahn in weniger als 7:33 Stunden abzufahren. Bis zur Hälfte der Strecke lag Hofmann auf Rekordkurs, doch ein Stopp der U1 vor dem Bahnhof Kurfürstendamm gab dem Vorhaben den Rest.

Jan Hofmann hat es auch im zweiten Anlauf nicht geschafft. Der Münchner Mathematiker, der mit einem neuen U-Bahn-Rekord ins Guinness-Buch einziehen will, brauchte am Freitag 7:39:40 Stunden, um das Gesamtnetz des Berliner Untergrunds mit seinen 173 Stationen abzufahren. Den bestehenden Rekord von 7:33:15 Stunden verpasste er um knapp sechseinhalb Minuten. Tags zuvor hatte er seinen ersten Versuch nach einem Drittel der Strecke aufgegeben - bei Schnee und Eis war keine einzige Bahn pünktlich gefahren.

U1 besiegelte das Schicksal

Weil damit auch am Freitag zu rechnen war, hatte der 29-Jährige seine Taktik geändert: "Ich habe darauf gesetzt, dass Züge verspätet kommen und man sie dann immer noch erreicht", erklärte Hofmann rbb online. Während der ursprüngliche, von einem Algorithmus ausgearbeitete Plan mehr Pufferzeiten beim Umsteigen vorsah, setzte dieser "chaotische Plan" auf mehr Risiko und teils völlig unrealistische Annahmen, welche Umstiege zu schaffen seien.

Vier Stunden lang habe dies erstaunlich gut geklappt - eine Gesamtzeit von sieben Stunden schien möglich.  So kam er zum Beispiel am Berliner Alexanderplatz zwar verspätet an, konnte aber dennoch den geplanten Zug schaffen, weil der noch mehr verspätet war, so der Student.

Doch dann kam es dicke: Sechsmal wurde eine Bahn verpasst, die nur im Fünf-Minuten-Takt fährt, und auf dem kurzen Abschnitt der U1 zwischen Uhlandstraße und Wittenbergplatz hing der Zug minutenlang vor dem Bahnhof Kurfürstendamm fest. Hofmann: "Das hat das Schicksal besiegelt."

"Ich komme wieder"

"Ich bin aber sehr zufrieden", sagte Hofmann. "Ich hatte heute schon erwartet, dass es nicht funktioniert. Ich komme dann im Frühling noch mal wieder, wenn der Schnee weg ist." Mit dem Wetter habe er einfach Pech gehabt: "Noch vor einer Woche sah es ja ganz gut aus."

Dass er es dann schaffen wird, davon ist Hofmann fest überzeugt: "Wenn die Bahnen so fahren, wie sie angekündigt sind, funktioniert das perfekt."

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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