Teilnehmer des "No Pants Subway Ride 2016" in Berlin (Quelle: dpa / Paul Zinken)
Video: Abendschau| 10.01.2016 | Jade-Yasmin Tänzler

Rund 200 Teilnehmer beim "No Pants Subway Ride" - Im Schlüpper durch Berlin

Mit Hut und Mantel, aber ohne Hosen sind am Sonntag rund 200 Teilnehmer des fünften "No Pants Subway Ride Berlin" mit der U-Bahn quer durch Berlin fahren. Ziel sei es gewesen, Mitfahrern ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Auch in New York und mehr als 60 weiteren Städten weltweit hieß es am Sonntag: Hosen runter und Abfahrt.

Mitten im Winter ohne Hosen U-Bahn fahren – darum geht es beim "No Pants Subway Ride Berlin", der am Sonntagnachmittag in Berlin stattfand. Um 14 Uhr ging es an der Station Frankfurter Allee los. Politische Message: weit gefehlt. Spaßfahrt: auch nicht. Alles, was die Initiatoren von "mar-mar" damit erreichen wollten: anderen ein Lächeln schenken – bei einer Art improvisiertem Straßentheater.

Die Idee stammt eigentlich aus New York. 2008 sind die Berliner Initiatoren darauf gestoßen, vier Jahre später brachten sie die Aktion des Kollektivs Improv Everywhere in die deutsche Hauptstadt. Etwa 4.000 Menschen haben im vergangenen Jahr an der Aktion in New York teilgenommen.

200 statt 5.000 Teilnehmer

Nicht ganz so viel Fürsprache kann das hosenlose U-Bahnfahrt-Event in Berlin finden: Waren es 2015 ungefähr 60 Teilnehmer, die die unteren Hüllen fallen ließen, um anschließend durch die Stadt zu fahren, kamen dieses Mal immerhin rund 200 Menschen. Trotzdem weit weniger als Interessenten beim entsprechenden Facebook-Event - der hatte angeblich 5.000 Teilnehmer und vorabg mehr als 14.000 interessierte Nutzer.

Treffpunkt war an diesem Sonntag - und zwar mit Hosen - vor dem Ring-Center neben der U-Bahnstation Frankfurter Allee. Gemeinsam ging es in den Untergrund, erst dort wurden die Hosen heruntergelassen. Das nasskalte Schmuddelwetter konnte den Teilnehmern dabei gänzlich egal sein - und auch der Spruch "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung" zählte ausnahmsweise nicht. Denn ausgestiegen wurde ohne Hosen nur in unterirdischen Bahnhöfen.

Strings und Rüsselteile unerwünscht

Provozieren wollen die Initiatoren, zwei Studenten in Berlin, mit der Aktion keineswegs. Vielmehr ging es ihnen darum, ein lustiges Schauspiel zu bieten. Zu den Regeln gehörte es, den Eindruck zu vermitteln, als würde man etwas völlig Normales tun. Für etwaige Fragen bekleideter Mitfahrer hatten die Veranstalter eine Art Leitfaden mit Verhaltensempfehlungen entwickelt. Erlaubt waren etwa Lesen, Musik hören sowie Unterhaltungen mit Mitfahrenden, allerdings nicht über die Aktion selbst. Auf Fragen, was man da tue, schlugen die Initiatoren vor, einleuchtend klingende Antworten zu geben, wie "die Hose war mir zu unbequem" oder "sie hat gekratzt". Es durfte auch ruhig zugegeben werden, dass es etwas kühl ist: "Stimmt, irgendwas hatte ich heute Morgen vergessen."

Nicht erwünscht waren den Angaben zufolge "Strings, Rüsselslips o.ä.". Generell sollte von knapper Unterwäsche abgesehen werden. In New York hatte der "No Pants Ride" 2006 für Aufsehen gesorgt. Acht Teilnehmer sollen damals von der Polizei festgehalten und teils in Handschellen abgeführt worden sein. Die Anzeigen seien später aber fallen gelassen worden, berichten die Initiatoren.

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