Symbolbild: Polizeiabsperrung auf einer Straße (Quelle: imago/Manngold)

Skelettfund in der Uckermark - Toter im Dorfbrunnen: Polizei vermutet Verbrechen

Ein halbes Jahr nach dem Fund von Skelettteilen in einem Brunnen in der Uckermark geht die Polizei davon aus, dass der Mann getötet worden ist. Die Ermittler suchen jetzt Menschen, die Hinweise auf dessen soziales Umfeld geben könnten. Es gibt noch viele Fragezeichen.

Der Mann, dessen skelettierte Körperteile im Juni in einem Brunnen in der Uckermark gefunden worden waren, ist sehr wahrscheinlich Opfer eines Verbrechens geworden. Davon geht die Polizei in Frankfurt (Oder) aus, wie eine Sprecherin am Mittwoch sagte: "Wir ermitteln wegen eines Tötungsdelikts. Darauf deuten alle bisherigen Untersuchungsergebnisse hin."

Die Skelettteile waren Mitte Juni in einem stillgelegten Brunnen im Ort Schönermark in der Uckermark entdeckt worden. Nach einer Analyse des Gebisses und der DNA stand fest: Der Tote war 1985 geboren worden. Wenig später wurde er identifiziert. Die Analyse zeigte auch, dass die Skeletteile mehrere Jahre in dem Brunnen gelegen hatten. 

Todeszeitpunkt offen

Zu welchem Zeitpunkt der Mann zu Tode kam, sei bisher aber nicht klar, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Pelzer am Mittwoch dem rbb: "Wir versuchen im Moment, die Lebensumstände zu ermitteln und erhoffen uns daraus neue Erkenntnisse."

Der Mann hatte zunächst eine IT-Lehre absolviert und war dann drei Jahre bei der Bundeswehr. Im Jahr 2008 zog er aus Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern nach Schönermark. Er behielt allerdings weiterhin enge Kontakte in seine Heimatstadt, wo seine Eltern wohnten und wo er im Reitbahnviertel einen Sonderposten-Markt betrieb. Die Polizei hat deshalb in Neubrandenburg Plakate mit seinen Personalien ausgehängt.

Mann war nicht als vermisst gemeldet

Einzelheiten über die Art und Weise, wie der Mann vermutlich zu Tode kam, wollte Pelzer nicht nennen. "Er wurde nicht als vermisst gemeldet", sagte Pelzer. Deshalb habe es vor Juni keine intensive Suche nach ihm gegeben. Dies könnte erklären, warum die Leiche nicht früher entdeckt wurde, denn der Brunnen befand sich auf dem Grundstück, auf dem der Mann zuletzt wohnte. Ob er allein in Schönermark lebte oder in Gesellschaft, blieb bisher ebenso unklar wie ein mögliches Tatmotiv.

Die Ermittler versuchen jetzt herauszufinden, mit wem sich der Mann damals umgab, sie suchen nach Freunden oder Kontaktpersonen und deren Aufenthaltsort. Hinweise nimmt die Polizei Brandenburg entgegen.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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