Eine erloschene Laterne steht an der Straße in Klein Kienitz (Quelle: rbb)

Reparatur von Straßenlampen zu teuer - Klein Kienitz tappt im Dunkeln

Wenn das Tageslicht schwindet, dann wird es in Klein Kienitz so richtig dunkel. Die Straßenlaternen in dem 160-Einwohner-Dorf leuchten schon seit November nicht mehr, denn von ihnen ging scheinbar Lebensgefahr aus. Seitdem laufen die Kinder mit der Taschenlampe zum Schulbus. Von Klaas-Wilhelm Brandenburg.

Die Linde verdarb das Licht: Das unterirdische Stromkabel, das die Laternen in Klein Kienitz verbindet, erlitt durch die Wurzeln des Baumes einen Wackelkontakt. Eigentlich eine Routinesache - aber als sich Spezialisten die Schäden Anfang Dezember näher anschauten, entdeckten sie an den Lampen ein noch viel größeres Problem: Die standen unter Spannung, sagt Hans-Jürgen Beyrow, der Ortsvorsteher von Klein Kienitz: "Wenn jemand die Straßenlaterne angefasst hätte, der hätte einen Schlag gekriegt und wäre umgefallen."

Es drohte also Lebensgefahr, und deshalb sind die Lampen jetzt aus, mitten im Winter. Das trifft vor allem die Jüngsten, sagt der Ortsvorsteher: "Die Kinder gehen zur Zeit mit Taschenlampen und LED-Leuchten zur Schule runter. Man kann morgens um sieben sehen, wie die Straße leuchtet – das hat auch was für sich."

Hans-Jürgen Beyrow (Quelle: rbb/K.W. Brandenburg)
Der Ortsvorsteher Hans-Jürgen Beyrow

Gemeinde muss für Straßenbeleuchtung nicht zahlen

Aber warum liegt Klein Kienitz schon so lange im Dunkeln? Weil Straßenbeleuchtung in Brandenburg eine freiwillige Leistung der Gemeinde ist, sagt der Rangsdorfer Bürgermeister Klaus Rocher: "Das ist Brandenburger Gesetz, das hab nicht ich gemacht, sondern der Landtag. Die Gemeinde ist also zu nichts verpflichtet."

Das bedeutet dann auch, dass das chronisch klamme Rangsdorf alle Reparaturen an den Straßenlaternen allein bezahlen muss – Zuschüsse vom Land gibt es nicht. Dafür muss der Haushalt durch die Gemeindevertretung geändert werden – aber die kam erst Ende Dezember zusammen, und beschloss erstmal nur Geld für eine Notbeleuchtung. Die reiche aber auf Dauer nicht aus, sagt der Klein Kienitzer Ortsvorsteher Beyrow: "Die Notbeleuchtung ist natürlich erstmal nur an der Bushaltestelle, wegen der Schulkinder und denen, die zur Arbeit fahren, und im Kreuzungsbereich. Das Schlechte daran ist, dass die anderen alle im Nachteil sind. Da kann man nicht alle befriedigen."

Auch ein Gutachten kostet Geld

Damit es wirklich überall in Klein Kienitz wieder hell wird, muss ein Gutachten her, das klärt, wie groß die Schäden an den Lampen sind – aber auch dieses Gutachten kostet Geld, und deshalb muss die Gemeindevertretung nochmal zusammenkommen. Das dauert, und verärgert die Klein Kienitzer. Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher hat dafür sogar Verständnis - aber er müsse sich an die Regeln halten, sagt er.

Also wird die kaputte Beleuchtung die Klein Kienitzer wohl noch weiter beschäftigen. Wie lange noch, das wird sich vielleicht am kommenden Donnerstag klären. Dann tritt die Rangsdorfer Gemeindevertretung wieder zusammen und entscheidet, ob die Gemeinde für neues Licht in Klein Kienitz zahlen will oder nicht.

Klein Kienitz im Kreis Teltow-Fläming

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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