Ein Polizist will eine Handschelle zeihen (Quelle: dpa)

Mann nach Kopfschuss im Koma - Urteil gegen Cottbuser Polizisten jetzt rechtskräftig

Bei der Verhaftung eines gesuchten Mannes in Cottbus löste sich aus der Waffe eines Beamten ein Schuss. Der Gesuchte wurde am Kopf getroffen und liegt seitdem im Koma - seit August 2014. Der Polizist wurde zunächst zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, dagegen legte er Einspruch ein. Doch nun ist das Urteil rechtskräftig.

Im Fall eines Polizisten, der bei einer Festnahme in Cottbus versehentlich auf einen Autofahrer geschossen hat, ist die Bewährungsstrafe jetzt rechtskräftig. Das teilte das Amtsgericht der Stadt am Dienstag mit. Seit dem Schuss aus der Dienstwaffe im August 2014 liegt das Opfer im Koma.

Der 53 Jahre alte Beamte hatte gegen einen Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amt - neun Monate Haft auf Bewährung - zunächst Einspruch eingelegt. Bei einem neuen Strafbefehl mit derselben Höhe ließ er die Frist für einen Einspruch im Dezember jedoch verstreichen. Daher ist das Urteil jetzt rechtskräftig.

Finger am Abzug und nicht parallel zum Lauf

Das Gericht ging davon aus, dass sich der Schuss versehentlich löste. Das hätte mit genügend Sorgfalt allerdings verhindert werden können. Der Vorfall hatte sich bei dem Versuch einer Festnahme ereignet. Eine Polizeistreife hatte in Cottbus nachts ein Fahrzeug gestoppt, in dem sich ein wegen Wirtschaftskriminalität gesuchter Mann befand.

Die Polizisten rechneten mit Gegenwehr, so das Gericht. Deswegen zog der nun verurteilte Beamte seine Dienstwaffe. "Entgegen den Dienstvorschriften hatte er dabei den Finger am Abzug der Pistole und nicht parallel zum Lauf der Waffe. Dadurch löste sich versehentlich ein Schuss", heißt es in einer Mitteilung des Amtsgerichts. Der Mann aus dem Auto wurde am Kopf getroffen.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

Studio Frankfurt

Vom Landkreis Oder-Spree bis zur Uckermark: Das rbb-Regionalstudio Frankfurt (Oder) mit Nachrichten, Reportagen und Hintergründen aus der Region.  

Das könnte Sie auch interessieren

Screenshot der Twitterseite der Berliner Polizei: Der Chef mit Kaffee in der Hand zur Aktion #24hPolizei (Quelle: Polizei Berlin)

Polizei-Twitter-Aktion #24hBerlin - "Mit 'Blaulicht' zum 'Rotlicht'"

Ob eine Arien singende Nachbarin, ein Mundräuber, der Restaurantgästen die Pizza vom Teller klaut, oder ein sich in einem Schnellrestaurant langsam entkleidender Mann – die Polizei ist zur Stelle. Zum dritten Mal twitterte sie ihre Einsätze unter #24hPolizei, und das wie gewohnt mit Augenzwinkern.