Wolf im Wald (Quelle: imago/alimdi)

Wolfsexperte mahnt zu Vorsicht - Jetzt wandern die Wölfe

Bis zu 70 Kilometer weit laufen junge Wölfe in nur einer Nacht, um eine geeignete Partnerin zu finden. Derzeit sei Paarungszeit, teilte der Landesjagdverband Brandenburg am Mittwoch mit - damit könnten die Tiere überall im Land plötzlich auftauchen. In Niedersachsen sorgt derweil der Fall eines Joggers für Unruhe: Ein Wolf soll ihn an der Hand verletzt haben.

Brandenburger Wölfe haben offenbar schon Frühlingsgefühle: Auf der Suche nach einem geeigneten Partner legten die Tiere aktuell in einer Nacht bis zu 70 Kilometer zurück, teilte der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) am Mittwoch mit.

"Gerade jetzt ist das plötzliche Auftauchen eines Wolfes an fast jedem Ort in Brandenburg möglich", so Robert Franck, Wolfsbeauftrager des LJVB. Franck warnte, damit steige auch die Unfallgefahr. Im vergangenen Jahr seien bei Verkehrsunfällen in Brandenburg acht Wölfe gestorben, schilderte der Verband. Er bittet deshalb alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Vorsicht.

"Nicht in Panik verfallen"

Aber auch Fußgänger könnten jetzt eher einem Wolf begegnen: "Bei direktem Wolfskontakt rate ich Spaziergängern, sich bemerkbar zu machen und nicht in Panik zu verfallen", hieß es. "Hunde sollten zu deren Sicherheit angeleint bleiben."

Die Paarungszeit der Wölfe dauere von Januar bis März. Während weibliche Wölfe in der Nähe des Elternrudels nach einem Partner Ausschau halten, wandern männliche Wölfe großräumiger. Dabei dringen sie, obwohl sie sehr scheu sind, auch in bislang wolfsfreie Regionen vor.

Wolf soll Jogger verletzt haben

In Niedersachsen sorgt derweil der Fall eines Joggers für Unruhe - ihn soll ein Wolf verletzt haben. Nach einem Bericht der Lüneburger "Landeszeitung" vom Mittwoch war der Mann im Gartower Forst (Landkreis Lüchow-Dannenberg) unterwegs. Weil er Kopfhörer trug, soll er zwei Jungwölfe zunächst nicht bemerkt haben. "Plötzlich hat einer der Wölfe die Hand des Mannes berührt", fasste der zuständige Wolfsberater Peter Burkhardt die Angaben des Joggers zusammen. "Der Mann hat die Hand weggerissen, dabei ist durch den Kontakt mit einem Wolfszahn ein Riss im Daumen entstanden." Danach habe der Jogger die Wölfe mit Schreien, Tritten und Ästen vertreiben können. Die Begegnung soll sich am ersten Weihnachtstag ereignet haben.

"Im Nachklang bei der Protokollierung des Vorfalles sah der Jogger mir gegenüber die Wölfe als eher spielerisch an", betonte Burkhardt. Es sei keine Attacke auf Leib und Leben gewesen. Trotzdem forderte Burkhardt deutliche Maßnahmen, falls sich der Vorfall bestätigen oder gar wiederholen sollte.

Das Ministerium und der zuständige Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) gingen am Mittwochabend allerdings davon aus, dass es sich nicht um Wölfe handelte. Das beschriebene Verhalten des Tieres sei für einen Wolf untypisch. Auch das Aussehen spreche eher für Hunde.

Bundesweit sollen fast 400 freilebende Wölfe unterwegs sein, mindestens 70 von ihnen leben nach Angaben der Landesjägerschaft allein in Niedersachsen.

  • Wie hat sich die Wolfspopulation in Deutschland entwickelt?

  • Wie viele Wölfe leben in Brandenburg?

  • Wovon ernähren sich die Wölfe?

  • Ist der Wolf für Menschen gefährlich?

  • Wie werden die Wolfsvorkommen überwacht?

  • Warum musste der Wolfsmanagement-Plan überarbeitet werden?

  • Was sagen die Wolfsgegner?

  • Nähern sich die Tiere zunehmend der Großstadt?

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