Hell erleuchtet ist am 27.02.2016 in Berlin der Imbiss an der Ecke Revaler Straße/Warschauer Straße. (Quelle: dpa)

Toter am RAW-Gelände - Polizei bestätigt: Mann wurde erstochen

Die Tat hat bundesweit für Aufsehen gesorgt: Mitten im Friedrichshainer Feierkiez ist am Freitagabend ein Mann getötet worden. Wie die Polizei am Montag bestätigte, wurde er mit einem Messer so schwer verletzt, dass er kurz darauf vor einem Imbiss zusammenbrach. In Bezug auf die Hintergründe halten sich die Ermittler bedeckt.

Der Mann, der auf der Berliner Partymeile im Stadtteil Friedrichshain ums Leben gekommen ist, wurde erstochen. Das hat die Obduktion ergeben, wie ein Polizeisprecher am Montag erklärte. Der Tote sei mittlerweile auch identifiziert: Es handle sich um einen 46-jährigen Nigerianer, der in Berlin keinen festen Wohnsitz habe. Nach dem Täter sucht die Polizei noch - und auch nach Zeugen.

Opfer nicht polizeibekannt

Nach Berichten der "Bild"-Zeitung und der "B.Z." soll das Opfer ein Drogenhändler gewesen sein. Der 46-Jährige sei im Streit um zehn Euro von einem anderen Dealer erstochen worden, hätten Augenzeugen ausgesagt. Dem "Tagesspiegel" (Montag) sagte ein Polizeisprecher, der Tote sei bisher nicht als Drogendealer aufgefallen. Wäre er bereits einmal festgenommen worden, wären seine Fingerabdrücke bekanntgewesen.

Die Polizei teilte zu den laufenden Ermittlungen nur mit, in Zusammenarbeit mit szenekundigen Polizeibeamten vor Ort hätten sich weitere Hinweise zu der Tat ergeben, denen die Ermittler nun
nachgingen.

Tod im Ausgehviertel

Der Tod des Mannes hatte vor allem viele jüngere Berliner bewegt, denn der Vorfall ereignete sich mitten in einem der beliebtesten Ausgehviertel der Stadt: Am späten Freitagabend kurz vor Mitternacht wurde der dunkelhäutige Mann nahe dem RAW-Gelände mit einem Messer so schwer verletzt, dass er kurz darauf vor einem Imbiss an der Revaler Straße Ecke Warschauer Straße tot zusammenbrach.

Um diese Uhrzeit strömen Hunderte junge Menschen von den S-und U-Bahn-Stationen an dieser Stelle vorbei in den Simon-Dach-Kiez, in dem sich zahlreiche Bars und Clubs befinden. Bis Sonntag hatten sich viele Zeugen bei der Mordkommission gemeldet, wie Polizeisprecher Michael Gassen rbb online sagte.

RAW-Gelände (Quelle: dpa)
Auf dem RAW-Gelände verzeichnete die Polizei einen starken Kriminalitäts-Anstieg

Berichte: Opfer hatte Streit mit einem Dealer

Zuvor hatten die B.Z. und die Berliner Morgenpost übereinstimmend berichtet, dass das Opfer laut Zeugenaussagen angeblich mit einem Dealer in Streit geraten sein soll. Es soll um den Verkauf von Drogen und deren Bezahlung gegangen sein. Dann habe der Täter zugestochen und sei anschließend ungehindert geflohen. Die Journalisten hatten die Zeugen aber offenbar selbst befragt. Ob diese glaubwürdig sind, muss nun die Polizei ermitteln.

Fakt ist: Auf der Warschauer Brücke und auf dem RAW-Gelände stehen zahlreiche Drogendealer, die Passanten ansprechen. Die Polizei registrierte in diesem Bereich einen starken Anstieg der Kriminalität. Im vergangenen Jahr verzeichnete sie 1.117 Drogendelikte, fast dreimal so viele wie im Jahr 2013. Auch die Zahl der Gewaltdelikte stieg im selben Zeitraum um rund 30 Prozent auf 731 Taten.

SPD-Kreisvorsitzende fordert mobile Wache auf dem RAW-Gelände

Die Kreisvorsitzende der SPD Friedrichshain-Kreuzberg, Julia Schimeta, zeigte sich auf Anfrage des rbb am Samstag "traurig, dass es so weit kommen musste." Die Situation in der Gegend rund um das RAW-Gelände habe sich trotz verstärkter Polizeipräsenz immer weiter verschlechtert, nun müsse Innensenator Frank Henkel (CDU) handeln. "Die Gewaltspirale dreht sich immer weiter. Wir fordern eine mobile Wache am RAW-Gelände, um den Personen, die verantwortlich dafür sind, dass der Kiez nicht mehr sicher ist, rund um die Uhr auf den Füßen zu stehen," forderte Schimeta.

Innensenator Henkel teilte auf Anfrage des rbb mit, dass er weiter auf starke Polizeipräsenz an diesem Brennpunkt setze. "Die Präsenz ist bereits verstärkt worden und so hoch wie nie zuvor. 2015 hat die Polizei dort ‎36.500 Einsatzkräftestunden geleistet - sechs Mal so viel wie im Vorjahr." 

Mit Informationen von  Jade-Yasmin Tänzler (Abendschau) und Oliver Soos (Inforadio)

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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