Ein ICE Zug während der Fahrt. (Quelle: imago/STAR-MEDIA)
Video: Brandenburg aktuell | 02.02.2016 | S. Lüning/K. Breinig

Züge wurden umgeleitet - ICE-Strecke Berlin-Hannover nach Brandsatzfund wieder frei

Über Stunden war am Montag die ICE-Strecke Berlin-Hannover gesperrt, Züge wurden umgeleitet. Es war ein Brandsatz gefunden worden, der jedoch nicht gezündet hatte. Seit Montagabend ist die Strecke wieder frei. Es sind jedoch noch Fragen offen.

Die ICE-Strecke Berlin-Hannover ist nach dem Fund eines Brandsatzes wieder freigegeben. Die Züge waren ab etwa 21 Uhr am Montagabend wieder planmäßig auf der Strecke unterwegs, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn bestätigte. Durch Umleitungen kam es lediglich zu Verspätungen zwischen fünf und 20 Minuten. Spezialisten der Brandenburger Polizei entfernten den Brandsatz. Die Ermittlungen habe am Abend das Landeskriminalamt übernommen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Dienstag.

Die Bundespolizei hatte am Montag an der ICE-Strecke Berlin-Hannover einen Brandsatz entdeckt. Der nicht gezündete Selbstbausatz lag in einem Kabelschacht bei Dallgow-Döberitz (Landkreis Havelland) etwa 30 Kilometer westlich von der Hauptstadt.

Anonymes Bekennerschreiben auf linksextremer Webseite

Die Strafverfolgungsbehörden vermuten die Hintermänner in der linksextremen Szene. Die Behörden waren durch eine Selbstbezichtigung auf einer Webseite, die dem linksextremen Spektrum zugeordnet wird, auf den versuchten Anschlag aufmerksam geworden. Daher liege die Vermutung nahe, dass diese Tat auch diesem Umfeld zugerechnet werden könne, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei. Warum der Brandsatz nicht zündete, war zunächst unklar.

"Tausenden Menschen wird die freie Ein- und Durchreise verwehrt - wir zielten mit unserer Aktion auf die Festung Europa in ihrer wirtschaftlichen Funktionsfähigkeit. (...) Wir laden alle Flüchtlinge dieser Welt ein", hieß es in der Selbstbezichtigung.

Bahnverkehr unterbrochen

Spezialisten von Bundespolizei und Brandenburger Landeskriminalamt (LKA) sperrten den Bahndamm ab und untersuchten den Tatort. Unter ihnen waren nach Bundespolizei-Angaben auch Entschärfer. Unterstützt wurden die Beamten von Feuerwehrleuten und Bahn-Notfall-Managern.

In den vergangenen Jahren hatte es im Berliner Raum mehrfach Brandanschläge auf Bahnanlagen gegeben. Besonders folgenschwer war ein Anschlag im August 2014 auf einen Kabelschacht zwischen den Bahnhöfen Treptower Park und Ostkreuz. Am Ostkreuz dauerten die Reparaturarbeiten damals mehrere Tage. Mehrere Bahnlinien konnten deshalb nur eingeschränkt verkehren. Zu dem Anschlag bekannten sich linksradikale autonome Gruppen. Täter wurden bisher nicht gefasst.

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