Ein Wolf im Wildpark Schorfheide (Quelle: dpa)

Eingerichtet durch Umweltministerium - Wolfs-Beratungszentrum kommt nach Görlitz in Sachsen

Die Chance, in heimischen Wäldern einen Wolf anzutreffen, wird größer - ebenso die Chance, dass sich deshalb Konflikte ergeben. Das Bundesumweltministerium richtet deshalb nun eine bundesweite, wissenschaftlich orientierte Beratungsstelle im sächsischen Görlitz ein. Zum Wohl des Miteinanders von Mensch und Wolf.

Fünfzehn Jahre nach der Rückkehr des Wolfs in Deutschland startet das Bundesumweltministerium mit dem Aufbau eines Beratungszentrums. Es soll unter anderem bei Konflikten mit den Raubtieren helfen. Die von vier Institutionen mit hohem wissenschaftlichem Anspruch getragene Beratungsstelle wird im sächsischen Görlitz angesiedelt.

Das neue Zentrum soll vor allem die zuständigen Landesbehörden bei offenen Fragen rund um den Wolf beraten und bundesweit Daten zur Ausbreitung des Wolfes sammeln, erklärte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) am Mittwoch in Berlin. Dafür werden zunächst für drei Jahre 425.000 Euro zur Verfügung gestellt.


 

Rückkehr des Wolfes ist eine "Herausforderung"

Hendricks sagte, die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland sei Grund zur Freude für Naturschützer, aber auch "eine große Herausforderung, weil das Nebeneinander von Mensch und Wolf vielerorts erst wieder neu erlernt werden muss". Sie verwies auf Konflikte mit Nutztierhaltern, Hirten, Jägern und auch besorgten Anwohnern in Wolfsregionen.

Im Jahr 2000 war der Wolf 150 Jahre nach seiner Ausrottung mit der Ansiedlung in Sachsen nach Deutschland zurückgekehrt. Inzwischen leben die Tiere auch in Thüringen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Die Präsidentin Bundesamts für Naturschutz, Beate Jessel, bezifferte die Zahl der ausgewachsenen Tiere in der Bundesrepublik mit 80 bis 90.

Wölfe weiter gefährdet

"Trotz der positiven Entwicklung geht es dem Wolf immer noch schlecht", sagte Jessel. Weil sich die wenigen Tiere nur schwer selbst erhalten könnten, stehe der Wolf weiter auf der Roten Liste vom Aussterben bedrohter Arten. Mehr als die Hälfte der seit dem Jahr 2000 tot aufgefundenen 124 Wölfe seien überfahren worden, sagte Jessel. Weitere Hauptgefahren seien illegale Abschüsse und Tierseuchen.

Ausbreitung des Wolfes ist umstritten

Die Wolfsausbreitung im dicht besiedelten Deutschland ist umstritten. Die Tiere reißen regelmäßig Nutztiere wie Schafe, wofür die Besitzer entschädigt werden. Im Jahr 2014 gaben die Bundesländer hierfür 54.000 Euro aus. Auch die Förderung von Schutzmaßnahmen wie die Anschaffung spezieller Wachhunde und mobiler Zäune verursacht Kosten.

Ob der Mensch durch den Wolf gefährdet wird, ist ebenfalls umstritten. Das gilt insbesondere für Niedersachsen, wo der Wolf sich erst seit kurzem ausbreitet. "Konflikte tauchen vor allem dort auf, wo der Wolf neu ist", sagte Hendricks. Deshalb sei das neue Zentrum für die Aufklärungsarbeit in den Ländern auch so wichtig.

  • Wie hat sich die Wolfspopulation in Deutschland entwickelt?

  • Wie viele Wölfe leben in Brandenburg?

  • Wovon ernähren sich die Wölfe?

  • Ist der Wolf für Menschen gefährlich?

  • Wie werden die Wolfsvorkommen überwacht?

  • Warum musste der Wolfsmanagement-Plan überarbeitet werden?

  • Was sagen die Wolfsgegner?

  • Nähern sich die Tiere zunehmend der Großstadt?

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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