Ein Pferd steht auf einem Hof in der Gemeinde Oberkrämer. (Quelle: rbb/Ivo Ziemann)

Debatte über Pferdesteuer in Brandenburg - "Eine Einnahmequelle, die man nutzen könnte"

Brandenburg ist Pferdeland. Im Landkreis Oberhavel regt sich jetzt allerdings Unmut: Anwohner beschweren sich über Pferdeäpfel und das Zertrampeln der Wege. In der Gemeinde Oberkrämer wurde deshalb am Donnerstag über die Einführung einer Pferdesteuer abgestimmt. Von Ivo Ziemann

Das Votum der Gemeindevertreter in Oberkrämer (Oberhavel) vom Donnerstagabend ist deutlich: Nein zur Pferdesteuer! Und darüber sind die meisten Pferdebesitzer auch sehr glücklich: Sie sei mit dem Ergebnis sehr zufrieden, sagt etwa eine Reittherapeutin.

Andere zeigen sich skeptischer. Vor allem weil die Gemeindevertreter die Pferdesteuer für die Zukunft nicht ganz ausschließen. Die Streitigkeiten sind also längst nicht vom Tisch. Und auch nicht die Sorgen der Pferdebesitzer.

Wirtschaftsfaktor Pferd

Maren Brandt hat eine Reitschule im Ortsteil Bötzow. Sie befürchtet einen Kundenverlust. "Denn ich kann das ja nicht alles auf meine Kunden umlegen. Ich schätze, ich müsste meinen Pferdebestand reduzieren, und das alles wäre natürlich gar nicht gut für das Geschäft."

Im Pferdedorf Bötzow gibt es sieben Reitbetriebe mit etwa 600 Pferden - ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Der Ortsvorsteher von  Bötzow, Günter Franke, hatte den Antrag zur Pferdesteuer eingebracht und klare Argumente dafür. Es sei genauso eine Aufwandssteuer wie die Hundesteuer oder die Zweitwohnungssteuer, so Franke. "Also wieso sollen wir das nicht machen, wir haben ja genug Pferde. Und da wir ja sowieso einen unausgeglichenen Haushalt haben, wäre das eine Einnahmequelle, die man nutzen könnte".

Am Montag stimmt der nächste Ort ab

Und deshalb bleibt die Angst der Pferdebesitzer vor einer Steuer, sagt die Vizepräsidentin des Landespferdeverbandes, Martina Schünemann. Denn auch andere Gemeinden könnten auf die Einnahmequelle Pferd kommen. Für Sie eine schlimme Vorstellung, denn: "Es hängen Arbeitsplätze dran." Schünemann verweist auf Futterlieferanten, Hufschmiede, Zulieferer im Pferdesport. "Man sagt, auf vier Pferde kommt ein kompletter Arbeitsplatz." Sie plädiert für ein offenes Miteinander, bei dem sowohl die Interessen der Bewohner als auch der Pferdebesitzer ernst genommen werden.

Schon am Montag ist Schünemann bei der nächsten Versammlung. Dann wird im nahe gelegenen Schildow über die Pferdesteuer abgestimmt.

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