Anti-Erkältungsmittel wie Nasenspray, Halstabletten und Papiertaschentücher liegen auf einem Tisch (Quelle: Arno Burgi/dpa)

West-Brandenburg stark betroffen - Grippewelle erfasst besonders viele Menschen mittleren Alters

Die Arztpraxen in Berlin und Brandenburg sind voll. Aller Orten wird genießt, geschnupft und geschnaubt. Bei der diesjährigen Grippewelle ist die Region momentan besonders stark betroffen. Auffällig ist, dass vor allem Menschen in mittleren Jahren von schweren Grippeverläufen betroffen sind.

Auf die Berliner und Brandenburger könnte in den kommenden Tagen eine größere Welle an Grippeerkrankungen zurollen. Insgesamt hat die Zahl der Grippe-Erkrankungen bundesweit saisonbedingt zugenommen. Etwa 7000 Fälle wurden bisher bundesweit gemeldet, sagte Silke Buda vom Robert-Koch-Institut am Freitag im rbb.

Diese Zahl sei zwar bereits ordentlich, aber bewege sich noch in einem normalen und erwartbaren bundesweiten Rahmen. In Berlin und vor allem Brandenburg sieht es etwas anders aus. Hier wurde eine deutlich höhere Aktivität der Grippe-Viren festgestellt als in anderen Bundesländern. Dies geht aus dem wöchentlichen Bericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza am RKI hervor geht. Gemessen wird die Aktivität im sogenannten Praxisindex. Hier melden ausgewählte Arztpraxen, ob im Vergleich zur durchschnittlichen Zahl an Erkrankungen mehr Fälle auftreten.

Viele Erkrankungen im Westen Brandenburgs

Insbesondere in West-Brandenburg treten derzeit gehäuft Atemwegserkrankungen auf, wie aus der Influenza-Karte des RKI hervorgeht. Ein größerer Teil davon ist auf Influenza-Viren zurückzuführen, so Buda. Wie lange die Welle anhalten wird und ob sie sich verstärken wird, könne nur schwer vorher gesagt werden, erklärte die Medizinerin rbb online.

H1N1 haut vor allem Jüngere um

Auffällig ist in diesem Jahr, dass besonders viele Menschen mittleren Alters von schwereren Grippeerkrankungen betroffen sind. Üblicherweise sind eher Menschen mit schwächerem Immunsystem, z.B. Ältere, von schwereren Grippeerkrankungen betroffen.

Grund hierfür sei das gehäufte Auftreten des H1N1-Grippevirus, so Buda. Dieser sei als Schweinegrippevirus bekannt, und würde vor allem gesünderen Menschen stärker zusetzen. Dies komme eher selten vor, sei aber möglich, so die RKI-Expertin.

Buda riet allen Menschen, bei Grippesymptomen (Kopfweh, Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit), insbesondere in Verbindung mit Fieber, einen Arzt aufzusuchen. So könne ein möglicher schwerer Verlauf einer Grippe schnell erkannt und behandelt werden. Eine Grippeschutzimpfung sei jetzt noch möglich, müsse aber mit dem Hausarzt besprochen werden.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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