Heidi Hetzer und ihr Auto Hudo auf einem Selfie in Zion Park, Nevada. (Quelle: Heidi Hetzer)
Video: zibb | 16.02.2016

Nach behandelter Krebserkrankung - Heidi Hetzers Weltreise im Oldtimer geht weiter

Die Berliner Rennfahrerin Heidi Hetzer musste im Januar schweren Herzens ihre Weltreise unterbrechen, um sich in Deutschland - genauer gesagt in Essen - wegen Hautkrebs operieren zu lassen. Am Mittwoch fliegt die 79-Jährige zurück nach Peru. Die zweite Etappe ist bereits durchgeplant - ein Abstecher nach Rüsselsheim inbegriffen.

Die frühere Berliner Unternehmerin Heidi Hetzer setzt ihre Auto-Tour im Oldtimer um die Welt fort. Am Mittwoch verlässt die 78-Jährige Deutschland und fliegt nach Peru zurück. Sie hatte die Tour Mitte Januar wegen einer Hautkrebserkrankung unterbrechen müssen und war in Essen operiert worden.

Als sie damals die Diagnose bekam, war das ein großer Schock für sie, sagte Hetzer im rbb. Sie entschied sich für Essen, weil hier viele Freunde der ehemaligen Unternehmerin leben, darunter auch der Arzt Claudio Schlegtendal, der sie erfolgreich behandelt hat.

Weiterfahrt trotz "funktionsunfähigen" Finger

Aufgeben komme für sie nicht in Frage, so Hetzer. Sie freue sich, wieder hinter dem Lenkrad ihres Hudson Great Eight Baujahr 1930 sitzen zu können. "Ich freue mich auf den zweiten Teil, der sehr schwer wird." Auf dem Programm stehen Südamerika und Südafrika.

Heidi Hetzer hat während der ersten Etappe bereits bewiesen, dass sie nicht aufgibt. Bei einer Reparatur an ihrem "Hudo" kam die rechte Hand in den Motor. Dabei wurden zwei Finger verletzt. "Am nächsten Tag bin ich weiter gefahren", erzählte Hetzer. Um besser schalten zu können, habe sie sich in den Verband eine Mulde gemacht. Trotz "funktionsunfähigen" Finger hieß ihre Devise: weiterfahren.

Am Mittwoch startet Heidi Hetzer zur zweiten Etappe – über Südamerika, Afrika zurück nach Europa, wo sie im September eintreffen will. Begleitet wird sie zum ersten Mal von einer Frau, die als Kopilotin bis Argentinien mitfahren will. Hetzers erster Begleiter war nach der Abreise aus Berlin im Sommer 2014 noch in Rheinsberg in Brandenburg wieder ausgestiegen. Er sei bei Hetzers Überholmanövern zu ängstlich gewesen und habe zu viele Pausen zum Rauchen verlangt, berichtete Hetzer damals. Den 25-jährigen Fahrer hatte sie erst kurz vor der Fahrt rekrutiert. Ein "Sensibelchen" nannte sie ihn: Er habe bei ihren Überholmanövern aufgeheult und permanent Raucherpausen verlangt. "Ich hätte es wissen müssen", sagte Hetzer damals.

Abstecher zu Opel

Der letzte Abschnitt ihrer Welteise ist bereits genau geplant: "Paris, Bad Homburg, zu Opel nach Rüsselsheim, nach Gießen, weil ich da gute Freunde habe, und nach Essen, um mich bei den Ärzten zu bedanken", so Hetzer. Bevor es aber losgehen kann, "muss ich noch 'Rei in der Tube' kaufen und mich nochmal vom Doc untersuchen lassen. Das mach ich aber ganz zum Schluß. Falls er sagt, ich müsste noch hier bleiben, sage ich 'Rutsch mir den Buckel runter'", fügte sie lachend hinzu.

Mit Informationen von Boris Römer

Mit Hudo durch Afrika

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