Ein Zug steht am 18.02.2016 am Bahnhof Fürstenwalde (Oder-Spree) (Quelle: rbb)
Video: Brandenburg aktuell | 18.02.2016 | Carsten Krippahl

Polizei vernimmt Zeugen nach Tod einer 15-Jährigen - Tödlicher Stromschlag in Fürstenwalde offenbar ein Unfall

Nach dem Tod einer 15-Jährigen am Bahnhof Fürstenwalde hat die Polizei die beiden Begleiter des Mädchens vernommen. Nach ersten Ermittlungen erlitt die Jugendliche einen Stromschlag, nachdem sie auf einen Zug geklettert war.  

Nach dem Tod eines 15 Jahre alten Mädchens am Bahnhof Fürstenwalde (Oder-Spree) gehen die Ermittler von einem Unfall aus. Es gebe keine Hinweise auf ein Fremdeinwirken, hieß es am Freitag von der Polizei. Nach derzeitigem Ermittlungsstand kletterte die Jugendliche am Donnerstag auf einen Waggon eines Güterzugs und kam dort durch einen Stromschlag ums Leben.

Die Polizei befragte nach dem Vorfall zwei 16 und 17 Jahre alte Jungen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Beide waren demnach kurz vor der 15-Jährigen auf den Waggon geklettert und blieben unverletzt.

Polizei will weitere Zeugen hören

Die Beamten wollen noch weitere Zeugen hören, die von weiter weg einen Lichtstrahl und einen Knall wahrgenommen haben sollen. Der Güterzug stand laut der Sprecherin auf einem Abstellgleis des Bahnhofs.

Nach Angaben der Polizei starb das Mädchen, das aus dem Landkreis Oder-Spree stammt, noch am Unfallort. Warum die Jugendlichen auf den Zug kletterten, ist noch unklar.

Kriminaltechnik und Bundespolizei ermittelten nach dem Vorfall vor Ort. Die Zugstrecke zwischen Berlin und Frankfurt war in beiden Richtungen für mehrere Stunden gesperrt.

Geringer Abstand zu Leitung reicht für Stromschlag aus

Um einen Stromschlag zu bekommen, muss ein Mensch eine Stromleitung nicht direkt berühren. Es reicht ein sogenannter Lichtbogen aus, um sich lebensgefährliche oder sogar tödliche Verletzungen zuzuziehen. Ein Lichtbogen entsteht, wenn Elektronen in der Luft den Strom zwischen Bahn und Oberleitung weiterleiten, so dass ein geschlossener Stromkreis entsteht. Die Bundespolizei rät deshalb dazu, einen Sicherheitsabstand von 1,50 Metern zu Oberleitungen einzuhalten. Die Oberleitungen sind mit bis zu 15.000 Volt geladen.

Immer wieder kommt es auch in der Region zu Toten oder Schwerverletzten durch Stromschläge im Bahnverkehr. Oft trifft es junge Leute, die leichtsinnig auf Waggons klettern.

Ende März vergangenen Jahres starb ein Jugendlicher aus Guben, der auf einen Kesselwagen kletterte und einen tödlichen Stromschlag erlitt. Im November 2013 kletterte ein 13-Jähriger am Bahnhof in Rathenow auf einen Güterwaggon und kam einer Hochspannungsleitung zu nahe. Er starb an seinen schweren Verbrennungen. Auch im Juni 2013 bekam ein 14-Jähriger bei Lübbenau im Spreewald an einer Oberleitung einen tödlichen Stromschlag.

Ebenfalls im Jahr 2013 verunglückte auch in Berlin ein Kind auf diese Weise. Ein neun Jahre alter Junge klettert auf einem Firmengelände im Stadtteil Prenzlauer Berg auf einen Kesselwagen und wurde durch einen Stromschlag schwer verletzt.

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