Muster-LED-Lampen beleuchten am 09.02.2016 die Waldstraße (Quelle: rbb/MityaChurikov)

Sieben Modelle zur Auswahl - Moabiter dürfen über Straßenlampen abstimmen

Frohe Bürger auf sicheren Straßen: Der Beusselkiez in Berlin-Moabit soll zu einem leuchtenden Vorbild werden. Dazu werden zahlreiche neue Straßenlaternen aufgestellt - nach neuester Fasson und handverlesen. Die Anwohner dürfen abstimmen, ob es das Modell "Avanza", "Lucento" oder doch lieber "City Spirit" sein soll.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung will den Beusselkiez im Bezirk Mitte aufhübschen. Zahlreiche neue Laternen sollen aufgestellt werden, um das Sicherheitsgefühl der Anwohner zu stärken. Und nicht nur das: Die Bürger dürfen sich das Lampenmodell sogar selbst aussuchen.

Zwischen Turmstraße und Wiclefstraße wurde dazu eigens eine Musterstrecke mit sieben verschiedenen LED-Leuchten errichtet. Wählen können die Anwohner hier zwischen Leuchtentypen mit den beflügelnden Namen "City Spirit", "TownGuide", "Lucento", "Cuvia" und "Avanza", oder Modelle mit eher technischen Bezeichnungen "ITALO 2 Urban TP" und "RFL500-SE".

Bürger klagen über mehr Kriminalität

Zur Begründung für die groß angelegte Testaktion heißt es von der Senatsverwaltung, in letzter Zeit habe es in dem Kiez vermehrt Eigentumsdelikte gegeben. Die Bürger würden sich beschweren; auch die Behörden seien sich einig, dass etwas geschehen müsse. Querparkende Fahrzeuge machten zudem die Straßen dunkler und unübersichtlich.

Es mache aber keinen Sinn, noch mehr Gasleuchten des alten Typs aufzustellen - aus wirtschaftlichen Gründen - oder die alten Lampen auf LED umzurüsten, da die Straßen und Gehwege dadurch auch nicht erheblich heller würden. "Die vorgestellten LED-Leuchten sind energieeffizient und im Betrieb etwa 300 Euro günstiger als die vorhandenen Gasleuchten", lobt die Senatsverwaltung ihre Vorauswahl.

Der Staatsekretär für Verkehr und Umwelt, Christian Gaebler, betonte aber auch, es gehe nicht nur ums Geld, "sondern auch um die Meinung der Bürgerinnen und Bürger". Daher die erste Lampenteststrecke in Berlin.

"Und hier sehen Sie: Modell 'Cuvia'"

Für die Anwohner gibt es nun sogar geführte Lampentouren mit Guide, bei denen sie die neuen Modelle unter die Lupe nehmen können. Zur besseren "Bewertung der Lichtwirkung" stehen die Lampen mal auf dem Gehweg, mal im begrünten Mittelstreifen. "Sie können direkt strahlende und indirekt strahlende Leuchten begutachten", wirbt die Senatsverwaltung für ihr Projekt.

Abgestimmt werden kann dann per Zettel oder online [Link zur Abstimmung auf berlin.de] bis zum 30. April. Bis 2018 soll dann alles hübsch und sicher sein - Lampe sei dank.

Ob LED-Teststrecke und Abstimmung auch in anderen Bezirken zum Einsatz kommen, ist ungewiss. Dabei gäbe es durchaus Abstimmungsbedarf: Berlin rüstet seit 2012 großflächtig tausende alte Gasreihenleuchten aus der Nachkriegszeit auf elektrisches Licht um. Die Abschaffung der alten Gaslichter ist nicht unumstritten. Die Denkmalschutzinitative World Monuments Watch hat die Berliner Gaslampen auf ihre Liste der bedrohten Kulturgüter gesetzt.

Unter sieben Lampen musst Du stehen

Beitrag von Friederike Steinberg

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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