Ein Bild von Elias bei der Trauerfeier im Oktober 2015 in Potsdam (Quelle: imago)

Silvio S. suchte offenbar Kontakt zur Mutter - Beileidskarte nach Mord an Elias

Der mutmaßliche Mörder von Elias und Mohamed hat nach einem Pressebericht versucht, mit Elias' Mutter Kontakt aufzunehmen. Kurz nach der ersten Tat hat er ihr offenbar eine Beleidskarte geschrieben, die allerdings nicht bei ihr ankam. Die Polizei konnte die DNA-Spuren nicht zuordnen. Dieses Detail wirft nun viele neue Fragen auf.

Der mutmaßliche Mörder des sechsjährigen Elias aus Potsdam soll kurz nach der Tat eine Beileidskarte an die Mutter des Jungen geschickt haben. Das berichten die "Potsdamer Neuesten Nachrichten". Die Karte sei in einem Umschlag verschickt worden. Der Text lautete demnach: "Er ist erstickt". Sie sei nicht unterschrieben gewesen.  

DNA-Spuren konnten nicht zugeordnet werden

Als Absender habe der 32-Jährige, der seit Anfang November in Untersuchungshaft sitzt, ein Bestattungsinstitut angegeben. Dem Bericht zufolge war die Karte wegen einer unvollständigen Adresse an den Absender zurückgegangen. Das Institut informierte demnach die Polizei, die den wahren Absender jedoch nicht ermitteln konnte. Die gefundenen DNA-Spuren, Fingerabdrücke und grafologischen Untersuchungen hätten nichts gebracht. Sie konnten demnach niemanden zugeordnet werden. Mit einem DNA-Abgleich habe die Polizei dann später Silvio S. als Verfasser der Karte identifiziert.

Polizei, Staatsanwaltschaft und Anwalt schweigen

Wie die Zeitung weiterschreibt, wirft dieses verstörende Detail viele Frage auf, etwa: "War die Karte ein Schuldeingeständnis von Silvio S.? Wollte er sich bei der Mutter für die Tat entschuldigen?". Dem Bericht zufolge schweigt der Beschuldigte dazu auf Anraten seines Anwalts.

Auch im Hinblick auf die Ermittlungen stellten sich nun neue Fragen: "Warum wurde der Öffentlichkeit stets vermittelt, dass es keine Hinweise auf ein Verbrechen gibt? Hätte Silvio S. möglicherweise früher festgenommen werden und damit der Mord an dem erst im Oktober von S. auf dem Gelände des Berliner Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) entführten Mohamed verhindert werden können?".

Die Polizei und die Staatsanwaltschaft wollten sich dazu nicht äußern, berichtet das Blatt weiter. Beide verwiesen auf das laufende Ermittlungsverfahren. Auch der Anwalt des Beschuldigten schweige.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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