Archivbild: Der Moderator Peter Lustig am 24.10.2012 in Berlin. (Quelle: dpa)
Video: zibb | 24.02.2016 | Andrea Brandt

25 Jahre das Gesicht von "Löwenzahn" - Peter Lustig ist tot

Warum hat der Hund vier Beine? Und warum die Schnecke ein Haus? 25 Jahre lang erklärte Moderator Peter Lustig in der ZDF-Sendung "Löwenzahn" Kindern die Welt. Seine Karriere startete er in den 60er Jahren als Tontechniker in Berlin - wo er Kennedys berühmten Satz "Ich bin ein Berliner" aufzeichnete.

Der langjährige Moderator der ZDF-Kindersendung "Löwenzahn", Peter Lustig, ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 78 Jahren in Husum, wie das ZDF am Mittwoch mitteilte. Der Sender würdigte Lustig als "Welterklärer mit der Latzhose", mit dem Millionen von Zuschauern erwachsen geworden seien.

Moderator Peter Lustig mit Gießkanne vor seinem Bauwagen (Quelle: imago/Sven Simon)
Immer gut drauf in Bärstadt: Peter Lustig

Zuständig für Kennedys Mikro

Peter Fritz Willi Lustig, wie er mit vollem Namen hieß, startete seine Karriere als Rundfunkmechaniker und Elektrotechniker. Zunächst arbeitete er Techniker beim US-Militärrundfunk AFN in Berlin. Hier war er 1963 für das Mikrofon zuständig, das die berühmte Rede von John F. Kennedy ("Ich bin ein Berliner") am Rathaus Schöneberg in Berlin aufzeichnete. Später sagte er dazu, er habe vor Aufregung nicht zugehört: "Ich war nur damit beschäftigt, das Signal sauber zum Sender zu bekommen."

In Berlin arbeitete Lustig auch als Tonmeister für den rbb-Vorgänger SFB, später wechselte er zum ZDF. Hier kam er eher zufällig zu der Rolle, die ihn zu einem Star des Kinderfernsehens machte: Als er bei einer Produktion ein rohes Ei auf seine Glatze fallen lassen und dabei einen Witz machen sollte, bewies Lustig komisches Talent und wurde anschließend ins Team der "Sendung mit der Maus" geholt.

25 Jahre das Gesicht von "Löwenzahn"

1979 machte ihn das ZDF zum Moderator und Darsteller in der Kindersendung "Pusteblume", die wenig später in "Löwenzahn" umbenannt wurde. Seinen Zuschauern präsentierte sich Lustig immer gleich - mit Glatze und Latzhose, als Bewohner eines Bauwagens im fiktiven Bärstadt - und beantwortete 25 Jahre lang Kinderfragen aus Natur, Technik und Umwelt. Kultstatus erreichten auch sein spießiger Gartennachbar Paschulke und seine sprechende Ukulele Klaus-Dieter.

Erst 2005 zog er sich zurück. Bereits seit Mitte der 80er Jahre war er an Krebs erkrankt lebte seitdem mit einer halben Lunge. Ihn löste Guido Hammesfahr alias "Fritz Fuchs" als Moderator ab.

Guido Hammesfahr mit Hund Keks (Quelle: imago/Future Image)
Guido Hammesfahr mit Hund Keks

Zweimaliger Grimme-Preisträger

Von Anfang an war Lustig gleichzeitig Autor und Texter von "Löwenzahn". Gleich im ersten Jahr als "Löwenzahn"-Moderator wurde Lustig mit dem Grimme-Preise geehrt, 1982 erneut. Nach seinem Abschied vom Bildschirm wurde Peter Lustig im Jahr 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler sagte am Mittwoch, der Moderator sei mehr als 25 Jahre lang "eine Institution im deutschen Kinderfernsehen" gewesen. Das ZDF würdigt Peter Lustig am Sonntagmorgen in seiner Kinderprogrammstrecke sowie mit einer "Löwenzahn"-Nacht von Samstag auf Sonntag.

Neben "Löwenzahn" erforschte Peter Lustig im ZDF auch in der Sendereihe "mittendrin" (1993-1997) die Umwelt, erklärte und synchronisierte in der Reihe "Raumschiff Erde" (1998)
das Weltall und lieh einem Naturforscher in "Mammutland" (2004) seine Stimme. Er schrieb außerdem Kinderbücher und Fachbücher.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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