Screenshot von openpetition.de mit einem Bild von Diensthund Sam (Quelle: openpetition.de)

Onlinepetition will Diensthund Berliner Polizisten zurückgeben - "Sam gehört zu seinem Herrchen"

Drei Jahre hat Schäferhund Sam im Dienst der Polizei treu an der Seite seines Herrchens gedient. Der Polizist ist allerdings krank geworden und musste den Schäferhund nun abgegeben. Eine Quälerei für Mensch und Tier finden mehr als 6.000 Menschen, die bei der Onlinepetition "Sam gehört zu seinem Herrchen" abgestimmt haben.

Weil ein Polizist wegen einer Krankheit seinen Diensthund abgeben muss, protestieren derzeit Tausende im Netz. Eine Petition mit dem Titel "Sam gehört zu seinem Herrchen" hat online bereits mehr als 6.000 Unterstützer (Stand: Samstagvormittag). Hintergrund ist, dass ein Berliner Polizist den Schäferhund nach drei gemeinsamen Jahren abgeben musste, weil er wegen einer Erkrankung derzeit nicht fähig für den Außendienst ist.

Polizist hat drei Bandscheibenprothesen

Die Petition richtet sich an Polizeipräsident Klaus Kandt. Darin heißt es Sam und sein Herrchen seien ein unzertrennliches Paar und brauchten einander. Der Polizist ist den Angaben zufolge wegen drei Bandscheibenprothesen nicht arbeitsfähig. Jeder Schritt schmerze. Sam habe dem Mann allerdings "Auftrieb" gegeben. Er sei die ganze Zeit bei ihm zuhause gewesen und hätte ihn dazu gezwungen, sich zu bewegen. Wie es weiter heißt, hat Sam damit dafür gesorgt, dass der Beamte seit November 2015 im Hamburger Modell wieder arbeiten kann. "Im Dezember nach vier Wochen Training bestand er mit Sam die Praxisjahresüberprüfung. Der Weg war frei um weiter mit Sam zu arbeiten", heißt es wörtlich.

Genesungsfortschritte durch Sam

Der Polizeiarzt habe Sams Herrchen zwar nicht "außendienstfähig" schreiben können, argumentierte jedoch, dass der Schäferhund für den Heilungsprozess notwendig und förderlich sei. Diese Ansicht sei jedoch von den zuständigen Mitarbeitern nicht geteilt worden. Sam musste demnach abgegeben werden, weil er für einen anderen Polizisten gebraucht wurde.

Inzwischen seien mehr als zwei Wochen seit der Trennung vergangen und der Zustand sei für Mensch und Tier "absolut unhaltbar". Deshalb wird in der Onlinepetition gefordert: "Wir, die Unterzeichnenden fordern Sam an sein bisheriges Herrchen zurück zu geben".

Dieser Aufruf rührt tausende Menschen, die mit ihrer Unterschrift das Anligen der Petition unterstützen. In den Kommentaren heißt es etwa: "Man macht zwei Lebewesen unglücklich und nimmt ihnen ihren Halt!", "Die beiden gehören einfach zusammen." oder "Es ist nicht nachvollziehbar warum man diese Verbindung zwischen Mensch und Tier zwangsbeendet. Ein Akt der Willkür sondergleichen - absolut herzlos!"

Facebook-Eintrag machte den Fall bekannt

Aufmerksam geworden auf den Fall, sind die Petenten durch einen Facebook-Eintrag des  Polizisten. "Wir waren ein unzertrennliches Team und brauchen einander", schreibt der Nutzer, bei dem es sich um den betroffenen Beamten zu handeln scheint. "Jetzt wurden wir getrennt und ich kann es nicht verstehen." Die "B.Z." hatte als erstes online über den Fall berichtet. Demnach waren es Kollegen des Berliner Polizisten, die die Petition ins Leben gerufen haben. Von der Polizei habe zunächst keine Stellungnahme gegeben.   

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