Zwei Polizisten in West Sussex (Quelle: dpa)

Wegen Totschlags verurteilt - 27-Jähriger nach Tod von Berlinerin schuldig gesprochen

Rund ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod einer Berliner Studentin im englischen Sussex ist der Tatverdächtige schuldig gesprochen worden. Der Mann habe sich des Tatbestands "manslaughter" schuldig gemacht, auf Deutsch kann das beides bedeuten: Totschlag oder fahrlässige Tötung. Die Verkündung des Strafmaßes steht noch aus.

Im Prozess um den Tod einer 21-jährigen Berlinerin im englischen West Sussex hat die Jury den Angeklagten schuldig gesprochen. Der 27-Jährige habe sich des Tatbestands "manslaughter" schuldig gemacht, entschied die Jury in Guildford südwestlich von London am Montag. Auf Deutsch kann dies sowohl Totschlag als auch fahrlässige Tötung bedeuten. Das Strafmaß soll Richter Jeremy Stuart-Smith am kommenden Freitag verkünden.

Zu den anwesenden Familien von Opfer und Täter sagte der Richter: "Es gibt keine Gewinner in einem Prozess." Die Angehörigen der Studentin veröffentlichten über die Polizei ein Statement, in dem sie bedauerten, dass der Täter nicht wegen Mordes verurteilt werde. "Wir sind froh, dass der Mann, der für Janets Tod verantwortlich ist, nicht freigelassen wird, aber nichts kann den Verlust von Janet wieder gutmachen", hieß es weiter.

Zu den Beratungen über das Urteil hatten sich die Geschworenen ab Montagmorgen für zehn Stunden zum mittlerweile zweiten Mal zurückgezogen. Am Freitag hatte sich die zwölfköpfige Jury in Guildford südlich von London nach mehrstündiger Besprechung noch auf keine Entscheidung über Schuld oder Unschuld des 27-jährigen Angeklagten einigen können. Ihm war Mord vorgeworfen worden.

Unklarheit über mögliche "psychische Probleme" des Angeklagten

Im März 2015 hatte die Feuerwehr die verbrannte Leiche einer 21-jährigen Berlinerin im Kofferraum eines Autos entdeckt. Der Angeklagte sagt, er habe von der Frau im Kofferraum nichts gewusst und sei von einem Drogendealer beauftragt worden, das Auto in Brand zu setzen, sonst werde man ihn erschießen. "Ich werde nicht für etwas bestraft, das ich nicht getan habe", soll der 27-Jährige zu Polizisten gesagt haben, sagte der Staatsanwalt im Prozessverlauf. Nach Aussagen des Angeklagten zufolge habe er sogar versucht, die Frau aus dem Wagen zu befreien, berichtete die Lokalzeitung "Crawley News".

Die 21-Jährige war dem Staatsanwalt zufolge wegen psychischer Probleme in einem Krankenhaus gewesen. Einen Tag, bevor ihre Leiche entdeckt worden sei, sei sie dort vermisst worden. Hinweise, dass sich das Opfer und der Angeklagte vor der Tat gekannt hätten, gebe es nicht. Die Berlinerin war zum Studium in England.

Der Tod der Berlinerin hatte an ihrer ehemaligen Schule, der privaten Kant-Schule in Wilmersdorf, für Bestürzung gesorgt. Janet hatte an der Schule zwölf Jahre gelernt und auch dort ihren Abschluss gemacht, bevor sie 2012 nach England zum Studium gegangen war. In Brighton stand sie im letzten halben Jahr ihres Bachelorstudiums.

Das könnte Sie auch interessieren