Eine Frau steht in der offenen Tür einer U-Bahn (Quelle: dpa)

Polizei wertet Videoaufnahmen aus - Offenbar Mann in Berlin-Mitte ins Gleisbett gestoßen

In Berlin ist offenbar erneut ein Passant ins Gleisbett einer U-Bahn gestoßen worden. Ein 21-jähriger Mann soll am U-Bahnhof Rosenthaler Platz von Unbekannten geschubst worden sein. Die Polizei sichtet nun Videoaufnahmen. Die Täter wurden bislang nicht gefunden.

Ein 21-jähriger Mann ist nach Angaben seiner Freundin auf dem U-Bahnhof Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte von Unbekannten ins Gleisbett gestoßen worden. Verletzt wurde er nicht. Eine Polizeisprecherin sagte am Montag, nun würden Aufnahmen von Videokameras ausgewertet, um den Vorfall zu klären.

Erst war von einem weiblichen Opfer die Rede

Eine 25-jährige Italierin hatte sich in der Nacht bei der Polizei gemeldet und angegeben, ihr Freund sei von unbekannten Männern ins Gleisbett gestoßen worden. Sie sei ihm zu Hilfe geeilt. Die Italienerin und ihr Begleiter seien mit einem Taxi davongefahren. Später habe sich die Frau auf der Polizeiwache gemeldet.

Laut Polizeimeldung wurden die Beamten um kurz vor Mitternacht alarmiert, weil Menschen im Gleisbett gesichtet worden seien. Zunächst hatten Zeugen gesagt, die Italienerin selbst sei von einer Gruppe von Männern auf die Gleise gestoßen worden. Die Tatverdächtigen seien in ein Lokal in der Brunnenstraße geflüchtet. Dort sahen Polizisten aber keine Männer, auf die die Beschreibung der Zeugen passte.

Dritter Fall innerhalb weniger Wochen

Erst Mitte Januar war eine junge Frau vor eine einfahrende U-Bahn gestoßen und tödlich verletzt worden. Der mutmaßliche Täter wurde zunächst in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Er soll an einer schizophrenen Erkrankung leiden und das 20-jährige Opfer nicht gekannt haben.  

Ende Januar hatte ein aggressiver U-Bahn-Schwarzfahrer am Schlesischen Tor einen Kontrolleur ins Gleisbett geschubst. Der 33-Jährige wurde verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.

U-Bahnfahren ist nicht unsicherer als sonst

Nach den Ereignissen im Januar gab es eine Diskussion über die Sicherheit. BVG-Sprecherin Petra Reetz sagte, U-Bahnfahren sei in den vergangenen Jahren nicht unsicherer geworden. Dies sei allenfalls ein subjektives Gefühl und lasse sich mit Statistiken nicht belegen: Die Zahl der Straftaten im öffentlichen Nahverkehr in Berlin sei insgesamt rückläufig, nur Taschendiebstähle hätten zugenommen. Fälle wie der U-Bahn-Schubser am Ernst-Reuter-Platz seien extrem selten, sagte Reetz.

 

 

 

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