Ein Arzt einen Tuberkulose-Fall anhand eines Röntgenbildes (Quelle: dpa)
Video: Brandenburg aktuell | 24.03.2016 | Theresa Majerowitsch

Durch erhöhten Flüchtlingszuzug - Mehr Tuberkulose-Erkrankungen in Berlin und Brandenburg

Die Zahl der Flüchtlinge in Berlin und Brandenburg ist im vergangenen Jahr stark angestiegen - damit einhergehend stieg auch die Zahl der Tuberkulose-Fälle, wie jetzt aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Die Gefahr einer Ausbreitung sehen die Experten dadurch aber nicht.

In Berlin sind im vergangenen Jahr so viele Menschen an Tuberkulose (TBC) erkrankt wie seit mehr als zehn Jahren nicht. 381 Fälle registrierten die Behörden, ein Anstieg um rund zehn Prozent, wie das Robert Koch-Instituts (RKI) mitteilte. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist Berlin bundesweit damit am stärksten von TBC betroffen. Auch für das laufende Jahr sind bereits 75 Erkrankungen gelistet.

"Trotz des Anstiegs der Tuberkulose-Fallzahlen ist das Infektionsrisiko innerhalb der Allgemeinbevölkerung unverändert sehr gering", betonte RKI-Präsident Lothar Wieler in
Zusammenhang mit dem Welttuberkulosetag. So erkrankten in Berlin elf von 100.000 Einwohnern an TBC.

Flüchtlinge haben ein höheres Infektionsrisiko

Auch in Brandenburg verzeichneten die Behörden im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg um rund 30 Prozent auf 172 TBC-Fälle. Das Flächenland liegt mit sieben Erkrankungen pro 100.000 Einwohner etwa auf dem Niveau des Bundesdurchschnitts.

Experten führen den Anstieg vor allem auf die Reihenuntersuchungen der Gesundheitsämter bei Flüchtlingen zurück. Viele Flüchtlinge stammen aus Ländern, in denen TBC häufiger vorkommt als in Deutschland, zudem erhöht die oftmals monate- und jahrelange Flucht das Risiko einer TBC-Erkrankung. Hinzu kommen die beengten Platzverhältnisse in vielen Unterkünften. Rund 60 Prozent der im vergangenen Jahr Erkrankten hat eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Asylsuchende sind eher gefährdet als das sie andere gefährden

Ballungsräume sind den Angaben zufolge generell stärker von TBC betroffen, denn dort leben auch besonders viele Menschen aus Risikogruppen - wie Drogenabhängige, Obdachlose oder HIV-Infizierte. TBC-Bakterien werden in der Regel durch Tröpfchen in der Luft übertragen, die meist die Lungen befallen. Die Krankheit kann mit Medikamenten gut behandelt werden. Bei zwei Prozent aller deutschlandweit Infizierten verlief die Krankheit im vergangenen Jahr tödlich.

Nach Erkenntnissen der Experten des Robert-Koch-Institutes geht von der hohen Zahl Asylsuchender, die momentan nach Deutschland kommen, keine erhöhte Infektionsgefährdung der Bevölkerung aus. Die Gruppe der Asylsuchenden sei eher eine gefährdete Gruppe, als eine, von der Gefahr für andere Bevölkerungsgruppen ausgehe.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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