Polizisten durchsuchen am 30.10.2015 eine Gartenlaube in einer Kleingartensiedlung in Luckenwalde (Brandenburg) (Quelle: dpa)
Video: Brandenburg aktuell | 14.03.2016 | Theresa Majerowitsch

Prozessbeginn noch unklar - Anklage gegen mutmaßlichen Mörder von Elias und Mohamed

Der mutmaßliche Mörder von Elias und Mohamed muss sich demnächst vor dem Potsdamer Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Mordes erhoben. Der 32-Jährige hatte die Taten bereits gestanden.

Im Fall der getöteten Kinder Elias und Mohamed hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes erhoben. Eine Sprecherin des Landgerichts Potsdam bestätigte am Montag den Eingang der Anklageschrift. Wann der Prozess gegen den Tatverdächtigen beginnt, ist unklar. Laut "Potsdamer Neuesten Nachrichten" (Online-Ausgabe) ist über die Zulassung der Anklage noch nicht entschieden worden.

Der Anwalt des 32-Jährigen sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag, dass die Anklageschrift am vergangenen Freitag bei ihm eingegangen sei. Die Staatsanwaltschaft werfe seinem Mandanten zweifachen Mord vor, sagte Mathias Noll. Laut Gerichtssprecherin soll der nun Angeklagte die beiden Jungen ermordet haben, um vorherige Straftaten zu verdecken. Zudem ist er wegen schweren sexuellen Missbrauchs, gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung angeklagt.

Mutter erkannte Sohn auf Fahnungsbildern

Der Tatverdächtige war Ende Oktober gefasst worden, nachdem seine Mutter auf veröffentlichten Fahndungsbildern ihren eigenen Sohn erkannt und die Polizei gerufen hatte. Er gestand, den vierjährigen Flüchtlingsjungen Mohamed aus Berlin entführt und getötet zu haben. Er habe ihn missbraucht und später mit einem Gürtel erdrosselt, sagte er den Ermittlern. Die Leiche des Kindes wurde in einer Wanne im Auto des Mannes gefunden.

Später gab er auch den Mord an den sechsjährigen Elias aus Potsdam zu, ohne Einzelheiten zu nennen. Die Polizei fand die Leiche des Jungen daraufhin im Schrebergarten des tatverdächtigen Mannes in Luckenwalde (Teltow-Fläming). Elias war am 8. Juli 2015 von einem Spielplatz im Potsdamer Stadtteil Schlaatz verschwunden; das Flüchtlingskind Mohamed wurde am 1. Oktober vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) entführt.

Die Justizverwaltung hat den mutmaßlichen Kindermörder in Einzelhaft untergebracht, obwohl er als suizidgefährdet gilt. Er soll so vor möglichen Übergriffen von Mitgefangenen geschützt werden.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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