Eine S-Bahn auf dem Weg zum Bahnhof Spandau (Quelle: Archivfoto dpa)

Kabelbrand auf Spandauer Bahnanlage - Linke Gruppe bekennt sich zu Brandanschlag

Bahnkunden im Bereich Berlin-Spandau müssen erhebliche Störungen in Kauf nehmen - Grund ist ein Brandanschlag, zu dem sich eine linksautonome Gruppe bekannt hat. Das Feuer war am Montagmorgen an einem Bahnübergang an der Pichelswerder Straße ausgebrochen. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Ein Brand in einem Kabelschacht in Berlin-Spandau sorgt seit Montagvormittag für Behinderungen im Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn. Am Mittag hat die Webseite "Indymedia" ein Bekennerschreiben veröffentlicht. Demnach hat die "Vulkangruppe Festung Europa sabotieren" den Brand vorsätzlich gelegt. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Unter anderem wird geprüft, ob das Schreiben echt ist.

Nach Angaben der Bahn werden die Züge der Linie RE 6 zwischen Hennigsdorf und Berlin-Gesundbrunnen bis auf weiteres umgeleitet. Die Haltestellen Falkensee, Spandau und Jungfernheide werden gar nicht angefahren. Auf den Linien RB 10 und RB 14 gab es Verspätungen. Nach Auskunft des Verkehrvebundes Berlin-Brandenburg (VBB) sollen die Behinderungen bis zum Betriebsschluss am späten Abend dauern.

Der Brand war an einem Bahnübergang an der Pichelswerder Straße nahe dem S-Bahnhof Stresow gegen 6 Uhr morgens ausgebrochen.

Brandanschlag als Protest gegen die europäische Flüchtlingspolitik

Die Verfasser des Bekennerschreibens protestieren unter anderem gegen die europäische Flüchtlingspolitik. Als Anlass wird der 8. März, der internationale Frauentag, genannt. Wörtlich heißt es: "Anlässlich des 8. März und der Tatsache, dass Frauen und Kinder derzeit die Mehrzahl der Flüchtenden bilden, widmen wir diese Aktion ausdrücklich all den unbekannten Frauen, ihren Kindern und Männern, welche bei dem Versuch sich vor Krieg, Verfolgung und Armut in Sicherheit zu bringen, ertrunken, verletzt, gedemütigt, festgesetzt, zurückgeschickt worden sind."

Die "B.Z." zitiert einen Experten des Landeskriminalamtes (LKA), der zu dem Schluss gekommen sei, dass sich die betroffenen Kabel nicht selbst entzündet haben können, etwa durch einen technischen Defekt. Spezialisten des LKA seien seit dem Vormittag am Ort des Geschehens und suchten nach Spuren, hieß es.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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