ARCHIV: Die beiden Angeklagten Cornelia H. (vorne) und Tanja L. sitzen am 29.01.2015 im Landgericht in Berlin zu Beginn des Prozesses um das Mordkomplott gegen eine 21-jährige Berliner Pferdewirtin (Quelle: Stephanie Pilick/dpa)

Mehr als ein Jahr nach der Urteilsverkündung - Mord an Berliner Pferdewirtin: BGH lehnt Revision ab

Vor rund vier Jahren wurde eine damals 21-jährige Pferdewirtin in Berlin-Lübars erdrosselt aufgefunden. Der Mordprozess dauerte mehr als zwei Jahre und endete mit lebenslangen Haftstrafen für vier Angeklagte. Deren Anwälte gingen in Revision, sodass der Fall vorm Bundesgerichtshof landete. Doch der hat das Urteil jetzt bestätigt.

Das Urteil um den Mord an einer jungen Berliner Pferdewirtin im Juni 2012 ist rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mehr als ein Jahr nach dem Urteil des Berliner Landgerichts eine Revision als "offensichtlich unbegründet" abgelehnt, wie der BGH am Mittwoch mitteilte.

Nach einem mehr als zwei Jahre andauernden Prozess hatte das Landgericht in Berlin im Januar 2015 vier Angeklagte zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt. Die vier Verurteilten hatten daraufhin Revision eingelegt, ihre Anwälte wollten den Fall auf Rechtsfehler und auch das Strafmaß überprüfen lassen. Darunter waren der verurteilte Ex-Freund der Getöteten sowie seine Mutter. So landete der Fall vor dem BGH, der die Revision nun abgewiesen hat, wie zuerst die "Berliner Zeitung" berichtete.

Berliner Gericht geht von einem perfiden Mordkomplott aus

Der perfide Mordfall an der jungen Pferdewirtin hatte 2012 für Aufsehen gesorgt. Nachdem sie bereits zwei Mordversuche überlebt hatte, wurde die Frau im Juni 2012 auf einem Parkplatz am Freibad Lübars in Berlin-Reinickendorf erdrosselt aufgefunden. Im anschließenden Mordprozess kamen die Richter zu der Überzeugung, dass sie Opfer eines Mordkomplotts wurde.

Nach Ansicht der Richter hat ihr Ex-Freund, ebenfalls Pferdewirt, sowie dessen Mutter, eine gelernte Versicherungskauffrau, den Plan gehabt, die junge Frau zu töten, nachdem sie sie zum Abschluss von acht Lebensversicherungen überredet hatten. Im Fall ihres Todes sollten knapp 2,5 Millionen Euro an den damaligen Freund des Opfers als Begünstigten fließen. Mutter und Sohn sollen damals hochverschuldet gewesen sein.

Zwei Mordversuche scheitern

Nachdem zunächst eine Messerattacke der Mutter auf dem Gelände ihres Pferdehofs in Friesack (Havelland) scheiterte, wird eine damals 27-jährige Bekannte beauftragt, um die junge Pferdewirtin in einem Schnellrestaurant zu vergiften. Auch dieser Versuch scheitert - die 27-jährige Täterin gesteht ihren Mordversuch im Prozess und wird später zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.  

Laut Gericht beautragen Mutter und Sohn schließlich über den Bruder der geständigen Bekannten einen Auftragskiller - einen damals 22-jährigen Dortmunder, der für 500 Euro nach Berlin reist und die Pferdewirtin mit einem Seil erdrosselt.  

Das Berliner Gericht entschied, dass die Täter aus Habgier und Heimtücke gehandelt hatten. Sie stellte für vier der fünf Angeklagten die besondere Schwere der Schuld fest, sodass sie nicht nach 15 Jahren vorzeitig auf Bewährung aus der Haft entlassen werden können. Die fünfte, am Komplott Beteiligte akzeptierte nach ihrem Geständnis und ihrer Verurteilung die Länge ihrer Haftstrafe.  

Die Pferdewirtin wurde in der Nähe des Freibads Lübars tot aufgefunden

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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