Ein Feuerwehrmann löscht ein brennendes Einfamilienhaus. (Foto: dpa / Julian Stratenschulte)

Nach Brandstiftungen in Kyritz - Fünfeinhalb Jahre Haft für Feuerwehrmann

Seit dem Herbst 2014 wurde Kyritz im Landkreis Ostprignitz-Ruppin von einer beispiellosen Brandserie heimgesucht. Ein Bus, mehrere Autos und auch eine Garage gingen in Flammen auf. Die Schäden summierten sich auf 300.000 Euro. Im Sommer 2015 schließlich wurde der Brandstifter gefasst: ein 31-jähriger Feuerwehrmann. Jetzt muss er ins Gefängnis.

Ein Brandstifter aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr in Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) ist am Dienstag zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Wie eine Sprecherin des Landgerichtes Neuruppin sagte, hat der Mann zugegeben, aus Frust siebenmal Feuer gelegt zu haben.

Laut Urteil hatte der Brandstifter unter anderem einen Bus, mehrere Autos, eine Abfallannahmestelle und eine Garage angezündet. Anschließend hatte er beim Löschen der Brände geholfen. Die meisten Taten hatten sich im Herbst 2014 ereignet. Bei einer Brandstiftung im Juni 2015 war der heute 31-Jährige dann erwischt worden. Er hatte sofort gestanden.

Brandserie verursachte Schäden in Höhe von 300.000 Euro

Der Mann habe die Brandstiftungen begangen, weil er mit seiner Lebensbilanz unzufrieden gewesen sei, zitierte die Gerichtssprecherin aus dem Urteil. Er habe noch bei seinen Eltern gewohnt, eine Beziehung sei in die Brüche gegangen, seinen Traumjob habe er nicht erreicht. Die Brandserie habe Kyritz "in Atem gehalten". Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Schadenssumme liegt bei 300.000 Euro.

Dass der 31-Jährige diesen Schuldenberg vermutlich den Rest seines Lebens abtragen müsse, sei ins Urteil eingeflossen, hieß es - aber auch die Tatsache, dass dem Mann sehr wohl bewusst gewesen sein müsse, seine Kameraden in Gefahr zu bringen.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

Studio Frankfurt

Vom Landkreis Oder-Spree bis zur Uckermark: Das rbb-Regionalstudio Frankfurt (Oder) mit Nachrichten, Reportagen und Hintergründen aus der Region.  

Das könnte Sie auch interessieren

Rüdiger Weida von der "Kirche der fliegenden Spaghettimonster" steht neben seinem Schild "Nudelmesse" in Templin (Brandenburg) und im Hintergrund ist das Schild der katholischen und evangelischen Kirche zu sehen (Quelle: dpa/Patrick Pleul)

Spaghettimonster legen Berufung ein - Krieg der Schilder geht in die nächste Instanz

Seit fast zwei Jahren dauert der Streit an: Die "Kirche des fliegenden Spaghettimonsters" will genauso wie die etablierten Kirchen in Templin Schilder für ihre Messen aufhängen – und ist dafür sogar vor Gericht gezogen. Die Niederlage will der Vorsitzende nicht akzeptieren und legt Berufung ein. Doch nicht nur das: Er stellte auch Strafanzeige. Von Anika Hüttmann