Ein ICE Zug. (Quelle: imago)

Brennbare Flüssigkeit zündet nicht - Brandsätze an Bahnstrecke Berlin-Hannover entdeckt

Der Fernverkehr von Berlin aus sollte mal wieder empfindlich getroffen werden. Die Polizei hat in einem Stellwerk in Staaken am Stadtrand von Berlin Brandsätze entdeckt. Die brennbare Flüssigkeit in Plastikflaschen zündete allerdings nicht. Anfang März hatte eine linksextreme Gruppe Feuer in einem Kabelschlacht in Spandau gelegt.  

An den Gleisen der Bahnstrecke zwischen Berlin und Hannover sind in der Nähe des Stellwerks Staaken am Stadtrand von Berlin Brandsätze entdeckt worden. Die brennbare Flüssigkeit in Plastikflaschen zündete nach Angaben der Bundespolizei in Potsdam vom Dienstag jedoch nicht. Der Zugverkehr war laut Deutscher Bahn deshalb nicht beeinträchtigt. Fahrgäste waren nicht in Gefahr.

Selbstbezichtigung auf einer Webseite

Erst am 7. März war am nahegelegenen Bahnübergang in der Pichelswerder Straße in Berlin-Spandau ein Feuer in einem Kabelschacht gelegt worden. Zu dem Anschlag hatten sich im Internet eine linksextreme Gruppierung bekannt.

Die Strafverfolgungsbehörden vermuten die Hintermänner in der linksextremen Szene. Die Behörden waren durch eine Selbstbezichtigung auf einer Webseite, die dem linksextremen Spektrum zugeordnet wird, auf den versuchten Anschlag aufmerksam geworden. Daher liege die Vermutung nahe, dass diese Tat auch diesem Umfeld zugerechnet werden könne, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei. Warum der Brandsatz nicht zündete, war zunächst unklar.

"Tausenden Menschen wird die freie Ein- und Durchreise verwehrt - wir zielten mit unserer Aktion auf die Festung Europa in ihrer wirtschaftlichen Funktionsfähigkeit. (...) Wir laden alle Flüchtlinge dieser Welt ein", hieß es demnach in der Mitteilung.

Zusammenhänge werden geprüft

Es gab Umleitungen im Regionalbahnverkehr sowie bei der Fernbahn Berlin-Hamburg. Ob der neue Vorfall mit diesem in Zusammenhang steht, wird geprüft.

In den vergangenen Jahren hatte es im Berliner Raum mehrfach Brandanschläge auf Bahnanlagen gegeben. Besonders folgenschwer war ein Anschlag im August 2014 auf einen Kabelschacht zwischen den Bahnhöfen Treptower Park und Ostkreuz. Am Ostkreuz dauerten die Reparaturarbeiten damals mehrere Tage. Mehrere Bahnlinien konnten deshalb nur eingeschränkt verkehren. Zu dem Anschlag bekannten sich linksradikale autonome Gruppen. Täter wurden bisher nicht gefasst.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

Studio Frankfurt

Vom Landkreis Oder-Spree bis zur Uckermark: Das rbb-Regionalstudio Frankfurt (Oder) mit Nachrichten, Reportagen und Hintergründen aus der Region.  

Das könnte Sie auch interessieren