Visualisierung "Kaleidoscope Skyscraper Hotel" (© FERMIИИAN + Spagnaletta Architects/FERMIИИAN Visualisation)

Architekten planen "Kaleidoscope Skyscraper" für Berlin-Mitte - Schön oder scheußlich – das ist hier die Frage

Die Gegend rund um den Alexanderplatz macht nichts her, da sind sich alle einig. An einem "Masterplan" wird schon lange gefeilt. Zwei Architektinnen aus Paris haben nun kurzerhand einen gewagten Skyscraper für das Gebiet zwischen Alex und Hackescher Markt entworfen - den "Kaleidoscope Tower": 166 Meter hoch und in modularer Metalloptik.

Über wahre Schönheit lässt sich bekanntlich streiten - das gilt auch für die Bebauung rund um den Berliner Alexanderplatz. Öl ins Feuer gießen nun die Pariser Architektinnen Ferminnan+Spagnoletta: Sie haben für die Rochstraße - zwischen Alexanderplatz und Hackescher Markt - einen 166 Meter hohen "Kaleidoscope Skyscraper" entworfen. Der Bau, der ein Hotel beherbergen soll, sieht eine modulare Optik in bausteinartigem Stil vor.

Die metallisch gemusterten Fassaden und überlappenden Quaderformen sollen das Spiel von Licht und Schatten widerspiegeln. 260 luxuriöse Zimmer und Wohnungen sollen den Plänen nach entstehen. Doch noch gibt es das gewagte Bauwerk nur in einer Simulation.

Ein luxuriöses Hotel im modularen Stil

Der "Kaleidoscope Tower" mit seinen geplanten 43 Etagen könnte damit - nach dem geplanten "Estrel Tower" mit 175 Metern - das zweithöchste Bauwerk der Hauptstadt werden. Derzeit teilen sich das "Park Inn Berlin Alexanderplatz" und der "Allianz Treptower" mit je 125 Metern den Titel als höchste "Skyskraper" der Stadt.

Doch auch wenn "Kaleidoscope Tower" und "Estrel Tower" verwirklicht würden, wäre Berlins Skyline noch immer recht niedrig – verglichen mit den Hochhäusern in Frankfurt am Main, die vielfach deutlich höher als 200 Meter in den Himmel ragen. Den Deutschland-Rekord hält der Commerzbank Tower in Frankfurt mit 259 Metern auf 56 Etagen.

Turmbau zu Mitte

Wie es mit dem Masterplan weiter geht, ist offen

Einen "Masterplan" zur Entwicklung des Alexanderplatz' gibt es seit langem - Star-Architekt Hans Kollhoff hatte ihn für den Städtebaulichen Ideenwettbewerb 1993 entworfen. Sein Entwurf sah unter anderem die Errichtung von zehn 150 Meter hohen Wohn- und Bürotürmen vor.

Doch das ist zwanzig Jahre her. Passiert ist seitdem nicht viel, lediglich ein paar Einkaufshäuser wurden gebaut (Alexa) oder saniert (Galeria Kaufhof). Von den zehn (inzwischen auf acht reduzierten) Hochhäusern, die Kollhoff einst geplant hat, steht noch kein einziges.

Ob und wie die Stadt die Vision von Kollhoff weiterführen will, soll ein bürgernahes Workshopverfahren klären - an dem Kollhoff ebenfalls beteiligt ist. Die Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens, das auch auf den Internetseiten der Senatsverwaltung diskutiert werden konnte, werden in einem nächsten Schritt nochmals bewertet und in einen neuen Masterplan fließen. Dieser wird dann ins Berliner Abgeordnetenhaus gebracht, das Mitte 2016 über das neue Konzept abstimmen soll.

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3 Kommentare

  1. 3.

    ENDLICH mal BAUEN......und die momentanen Bauverantwortlichen zum Teufel jagen. Berlin ist eine Metropole. kein Dorf !

  2. 2.

    Es wird nur endlich mal Zeit in Berlin - der Hauptstadt Europas - diese Entwürfe nicht nur auf dem Papier zu zeigen, sondern sie auch ENDLICH mal umzusetzen, damit diese Stadt an architektonischer Zukunft gewinnt. Bis jetzt wird alles nur durch die völlig unfähige Bausenatorin zerredet. Weg mit dem alten, grauen und gruasam hässlich DDR Platten-Dreck. Den will niemand sehen und den will auch niemand unter Denkmalschutz haben.

  3. 1.

    Sehr gelungener Wolkenkratzer. Hoffentlich warten man keine 15 Jahre um solche Konzepte zu verwirklichen. Von Kubatur bis zur Fassade und Materialien genau was Berlin braucht!

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