Ein junger Mann balanciert auf einem Hoverboard. (Quelle: imago/ZUMA Press)

Computerzeitschrift warnt vor Gefahren - Hoverboard setzt beim Aufladen Wohnung in Brand

Böse Überraschung beim Laden eines sogenannten Hoverboards: Es explodierte und setzte eine Wohnung in einem Potsdamer Mehrfamilienhaus in Brand. Die beiden Mieter konnten zusammen mit ihren zwei Enkeln über den Balkon entkommen. Dass so ein elektrisches Board in Flammen aufgeht, kommt offenbar gar nicht so selten vor.

Die geplante Freude für die Enkel endete am Samstagnachmittag für zwei Potsdamer mit einem Feuer in ihrer Wohnung. Nachdem die Großeltern ein sogenanntes Hoverboard für ihre zehn und 15 Jahre alten Enkel zum Aufladen in die Steckdose gesteckt hatten, explodierte es plötzlich und geriet in Brand.  

Die Überreste eines in Brand geratenen Hoverboards, das in den USA einen Brand auslöste. (Quelle: imago/ZUMA Press)
Die Akkus können extrem heiß werden - und in Brand geraten.

Gefahr: Akkus können extrem heiß werden

Offenbar ist dieser Fall keine Ausnahme. Bereits mehrfach sei es bei Hoverboards - auch E-Board, Airboard oder Mini-Segway genannt - schon zu Bränden gekommen, sagt Ulrike Kuhlmann von der Computerzeitschrift c't. Denn die Akkus dieser Spielgeräte können extrem heiß werden, wie Tests gezeigt haben. "Die ersten Warnungen kamen von der Londoner Feuerwehr. Nach drei Wohnungsbränden im letzten Jahr haben die gesagt: Leute, kauft das Zeug nicht", erklärte Kuhlmann am Montag dem rbb. In den USA gebe es inzwischen eine Sicherheitsorganisation, diese Geräte zertifiziere - speziell den Akku.

Die Redakteure von c't machten bei einem Test noch eine andere Gefahr aus: Nach einer Weile schalte sich das Gerät einfach ab - auch während der Fahrt, so dass die Räder blockieren. Hoverboards können immerhin bis zu 20 Km/h schnell fahren. Einer der Tester sei beim Test eines Hoverboard so schwer gestürzt, dass er sich einen komplizierten Ellenbogenbruch zugezogen habe, so die Zeitschrift.

Außerdem weist die c't auf die rechtliche Situation hin: Laut Straßenverkehrsordnung dürfen die Boards nämlich weder auf Straßen noch auf Gehwegen benutzt werden. Es drohe eine Geldbuße von mindestens 50 Euro - und sogar der Verlust des Führerscheins.

Ein Hoverboard setzt eine Wohnung in einem Potsdamer Mehrfamilienhaus in Brand (Quelle: rbb/Stefanie Brockhausen)
Der Brand hat an dem Potsdamer Mehrfamilienhaus Spuren hinterlassen

Potsdamer Familie kam glimpflich davon

Die Potsdamer Familie kam übrigens einigermaßen glimpflich davon. Zwar breitete sich das Feuer rasch in der Erdgeschosswohnung aus und konnte durch die Mieter nicht gelöscht werden. Die 55 und 56 Jahre alten Großeltern flüchteten aber zusammen mit ihren Enkeln über den Balkon der Erdgeschosswohnung ins Freie.

Die alarmierte Feuerwehr holte auch die anderen Mieter aus dem Haus, sie mussten für eine Nacht woanders unterkommen. Zwei 16 und 84 Jahre alte Bewohnerinnen kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus. Bereits am nächsten Tag konnten die Mieter wieder in ihre Wohnungen zurückkehren, wie die Polizei auf Nachfrage von rbb online erklärte - nur die Brandwohnung ist noch unbewohnbar. Ein Verein aus der Nachbarschaft hat nun dazu aufgerufen, Spenden für die Familie zu sammeln.

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