Hände auf einer PC-Tastatur (Quelle: imago/Sarah Stabenow)

Brandenburgs Häftlinge sollen Internet bekommen - Surfen in der Zelle

Mal was googeln, Facebook checken, Mails schreiben – was für Menschen in Freiheit eine Selbstverständlichkeit ist, ist für Häftlinge tabu. Jetzt aber sollen Zellen mehrerer Gefängnisse in Brandenburg Zugriff aufs Internet bekommen - allerdings eingeschränkt, um die Sicherheit nicht zu gefährden. 

Ein großer Teil der Häftlinge im Land Brandenburg könnte in der Zelle schon bald zumindest einen eingeschränkten Zugriff aufs Internet bekommen. Die Justizverwaltung will drei der
fünf Gefängnisse im Land noch in diesem Jahr mit Multimediaboxen ausrüsten. Das sagte ein Sprecher des Justizministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

E-Mails nur anstaltsintern

Die Boxen sind zum Empfang von Fernsehen und Radio, zum Telefonieren sowie für den anstaltsinternen E-Mail-Verkehr - etwa mit dem Arzt - geeignet. Am Projekt nehmen die Anstalten Brandenburg/Havel, Neuruppin und Wriezen teil. Von dem Angebot könnten so etwa 600 von rund 1.400 Häftlingen profitieren. "Grundsätzlich ist es mit dieser technischen Ausstattung möglich, den Insassen eine Internetanbindung und die damit einhergehenden Kommunikationsmöglichkeiten zu ermöglichen", sagte der Sprecher.

Allerdings müsse "zwingend sichergestellt werden, dass die Insassen ihre Möglichkeiten zur Kommunikation und Informationsgewinnung nicht für kriminelle Aktivitäten nutzen", betonte er zugleich. "Dies müsste mit Hilfe entsprechender Filter beziehungsweise Negativ- oder Positivlisten geschehen", erläuterte der Sprecher. "Hier wird zu prüfen sein, welches Modell am praktikabelsten umzusetzen ist, um einerseits den Sicherheitsansprüchen des Landes und andererseits den Bedürfnissen der Insassen gerecht zu werden."

Bislang stark eingeschränkter Internetzugang

Für die Gefängnisse in Luckau und Cottbus, in denen zusammen etwa 800 Häftlinge leben, gibt es derweil noch keine Planungen für solche Multimediaboxen.

Auch in den drei teilnehmenden Anstalten sind noch Fragen offen. Denn die Ausschreibung ist noch nicht beendet. Daher sei unklar, ob die Boxen sofort internetfähig seien - oder später mit geringem Aufwand nachgerüstet werden müssten, erklärte der Ministeriumssprecher.

Schon jetzt können Insassen des Strafvollzugs Internetzugänge nutzen. Dies ist jedoch auf einige wenige Arbeitsplätze - etwa zum Fernstudium - beschränkt.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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