Landgericht Berlin an der Turmstraße, Moabit (Quelle: Kammergericht Berlin)

Prozess vor dem Berliner Landgericht - Mann gesteht, siebenjährige Nichte zum Sex angeboten zu haben

Schwerwiegende Taten werden einem 40-jährigen Kreuzberger zur Last gelegt: Er soll seine siebenjährige Nichte im Internet zum Sex angeboten haben, er soll sie nackt gefilmt haben - und er soll sie missbraucht haben. Vor dem Berliner Landgericht hat er am Donnerstag umfassend gestanden. Das Urteil wurde allerdings vertagt.

Ein 40-Jähriger hat gestanden, seine Nichte im Internet für Sex angeboten und die Siebenjährige missbraucht zu haben. Vor dem Berliner Landgericht erklärte der Mann am Donnerstag zu Prozessbeginn, die in der Anklage aufgelisteten zehn Taten habe er begangen.

"Warum es zu den Taten kam, kann ich nicht erklären", sagte der Angeklagte zum Prozessbeginn am Berliner Landgericht. Er habe aber nicht ernsthaft beabsichtigt, das Mädchen an andere Männer zu vermitteln. Die Staatsanwältin plädierte auf eine Gefängnisstrafe von viereinhalb Jahren.

Dem Hilfsarbeiter aus dem Stadtteil Kreuzberg werden zehn Taten zur Last gelegt - darunter acht sexuelle Übergriffe auf das Mädchen. Im Januar 2015 habe er einem Mann im Netz die Siebenjährige angeboten - "für sexuelle Handlungen", heißt es in der Anklage. Drei Monate später habe der Onkel das Kind in einer Ferienwohnung in Bückeburg (Niedersachsen) missbraucht und beim Baden in der Wanne gefilmt. Zudem habe er etliche kinderpornografische Bilder und Videos mit einer Gesamtlaufzeit von fast 24 Stunden besessen.

Urteil soll am Dienstag fallen

Fahnder hatten verdächtige Fotos von der Siebenjährigen im Internet entdeckt. Die Ermittlungen führten zum Angeklagten. Die Mutter des Mädchens sagte, sie und ihr Mann seien fassungslos gewesen, als im Oktober 2015 Polizisten zu ihnen kamen. Ihre Tochter leide sehr unter den Taten des Onkels. "Sobald sie Männer sieht, die Ähnlichkeit mit ihrem Onkel haben, läuft sie weg", schilderte die 36-Jährige.

Der Angeklagte sagte, er sei nicht pädophil. Er habe sich immer eine Familie gewünscht. "Ich hatte aber noch nie eine Freundin." Er wolle der Nichte ein Schmerzensgeld zahlen. Der Verteidiger plädierte auf eine Bewährungsstrafe. Die Richter verschoben das zunächst noch für Donnerstag geplante Urteil auf den kommenden Dienstag, den 15. März.

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