Aufräumarbeiten nach illegalen Autorennen (Quelle: dpa)
Video: Abendschau | 01.03.2016 | Kerstin Breinig

Unbeteiligter war gestorben - Tödliches Autorennen - Raser wegen Totschlags verhaftet

Anfang Februar starb bei einem illegalen Autorennen auf dem Berliner Tauentzien ein Unbeteiligter: Sein Fahrzeug wurde gerammt und durch die Luft geschleudert. Einer der beiden jungen Männer, die sich die Rennfahrt lieferten, ist jetzt verhaftet worden. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm mindestens fünf Jahre Gefängnis.

Einen Monat nach dem illegalen Autorennen mit einem Toten am Berliner Luxuskaufhaus Kadewe ist gegen einen der Raser Haftbefehl wegen Totschlags erlassen worden. Zielfahnder der Polizei verhafteten den 27-jährigen Mann am Dienstag in Moabit, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Der mutmaßliche Todesfahrer stehe unter dem Verdacht, bei der Raserei "billigend in Kauf genommen zu haben, dass eine Person zu Tode kommen könnte".

Bei Totschlag-Urteil mindestens fünf Jahre Gefängnis

Die beiden Sportwagenfahrer sollen am 1. Februar des nachts mit "weit über 100 Stundenkilometern" über die Tauentzienstraße in Charlottenburg gefahren sein. Das Auto des 69-jährigen Unfallopfers sei "durch die Wucht des seitlichen Aufpralls zirka 70 Meter weit in Richtung Wittenbergplatz geschleudert" worden. Die beiden Fahrer wurden nach dem Autorennen festgenommen, aber kurz darauf wieder freigelassen.

Für Totschlag liegt die Strafe bei mindestens fünf Jahren Gefängnis. Der Strafrahmen für fahrlässige Tötung, wie der Vorwurf häufig bei tödlichen Verkehrsunfällen lautet, bewegt sich zwischen Geldstrafen, Bewährungsstrafen und Gefängnis bis zu fünf Jahren.

Innensenator setzt auf PS-Obergrenzen

Nach dem Unfalltod des 69-Jährigen hatten insbesondere Fahrradaktivisten gegen die Raserei protestiert.

Innensenator Frank Henkel (CDU) erklärte jedoch, nicht auf mehr Blitzgeräte und Radarfalle setzen zu wollen, sondern auf schärfere Strafen und PS-Obergrenzen für Führerscheinneulinge. Man müsse über vieles diskutieren, etwa eine Verschärfung des Rechts und einen konsequenteren Entzug des Führerscheins.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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