Kristalle der Droge Crystal Meth liegen auf einer spiegelnden Fläche. (Quelle: imago/Christian Ohde)

Im vergangenen Jahr 160 Fälle registriert - Zahl der Crystal-Meth-Delikte in Berlin seit 2012 versechsfacht

160 Delikte mit Crystal Meth haben die Berliner Drogenfahnder 2015 aufgedeckt. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr - und mehr als sechsmal so viele wie 2012. Der Anteil von Crystal Meth an allen Rauschgiftdelikten ist zwar immer noch gering, doch die Ermittler sehen in der Entwicklung ein "Alarmsignal".

Die Berliner Drogenfahnder haben erneut mehr Rauschgiftdelikte mit der gefährlichen Droge Crystal Meth aufgedeckt als im Vorjahr. Die Kriminalpolizei registrierte im vergangenen Jahr 160 Delikte dieser Art, wie der Chef des Drogendezernats im Landeskriminalamt (LKA), Olaf Schremm, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Damit haben sich die Crystal-Meth-Delikte seit 2012 mehr als versechsfacht.

Damals gab es gerade 24 Fälle mit dem neuen synthetischen Aufputschmittel, das schneller und stärker wirkt als Kokain und Ecstasy, aber auch viel schneller abhängig macht und zu schweren körperlichen Schäden führen kann. 2013 kam die Kripo auf 78 Fälle, 2014 waren es dann 132.

Nur jedes hundertste Rauschgiftdelikt hat mit Crystal Meth zu tun

Auch die beschlagnahmte Menge der Droge nahm entsprechend zu. 2013 waren es 690 Gramm, 2014 dann 900 Gramm und im vergangen Jahr 5,8 Kilogramm. "Da war aber ein einzelnes Verfahren mit einer großen Menge von 4,5 Kilogramm dabei", sagte Schremm. "Was aber auch ein Indiz ist, dass mehr Stoff in die Stadt gekommen ist." Ein Ehepaar hatte von Berlin aus einen Postversand für Crystal Meth betrieben und war gefasst worden.

Schremm betonte, Crystal Meth stelle nur einen Anteil von einem Prozent an den insgesamt 15.800 Straftaten mit Rauschgift. "Das ist also in der Menge nicht so dominierend, aber es steigt eben an. Bei Crystal, weil es so gefährlich ist, sind alle Veränderungen immer ein kleines Alarmsignal."

Die Zahlen der registrierten Delikte bei Kokain und Amphetaminen wie Speed und Ecstasy seien "seit Jahren relativ konstant". Einen Anstieg gab es im vergangenen Jahr nur bei den Cannabisfällen. "Aber das lag an der höheren Kontrolldichte der Polizei", sagte Schremm.

3.138 Menschen fielen 2014 in ganz Deutschland nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) wegen des Besitzes oder Verkaufs von Crystal Meth erstmals der Polizei auf - fast 400 mehr als im Vorjahr. Die meisten dieser Fälle lagen in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Brandenburg. Die Droge kommt vor allem über die Grenze zu Tschechien in die östlichen Gebiete Deutschlands. 74,1 Kilogramm wurden beschlagnahmt. Die Zahlen für 2015 liegen noch nicht vor.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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