Das Riesenrad im Berliner Spreepark (Quelle: imago/Philip Schilf)

Suche nach alten Unterlagen beim Hersteller - Lichtblick für das Riesenrad im Spreepark

Der vor sich hinrottende Berliner Spreepark ist seit Jahresbeginn in der Hand der Grün Berlin GmbH. Diese will wieder Leben in den Park bringen - und auch die einstige Hauptattraktion, das Riesenrad, retten. Jetzt heißt es hoffen, dass der Hersteller noch die alten Baupläne hat.

Das alte Riesenrad im Berliner Spreepark könnte mit Hilfe früherer Baupläne gerettet werden. Man habe Kontakt zu dem niederländischen Hersteller aufgenommen, sagte der Geschäftsführer der Grün Berlin GmbH, Christoph Schmidt, am Donnerstag. "Möglicherweise hat er noch eine Statik dafür und alte Pläne."

Die landeseigene Gesellschaft Grün Berlin hatte das gesperrte Areal zum Jahresbeginn vom Berliner Liegenschaftsfonds übernommen und da bereits angekündigt, das Riesenrad nach Möglichkeit erhalten zu wollen. Schmidt zufolge ist die Zukunft des Riesenrads jedoch offen.  

Ein Freizeitpark soll der Spreepark nicht wieder werden, Grün Berlin plant eher ein Konzept mit Kunst, Theater und Konzertbühnen. Der Park solle viele Gruppen ansprechen, wie Schmidt dem rbb erklärte: Anwohner und Touristen sowie ein junges Szenepublikum, das sowohl an Musik als auch an skurrilen Orten interessiert ist. "Wenn wir über skurrile Orte sprechen, dann ist das schon eine Alleinstellung - auch für Berlin", so Schmidt.

Erst aufräumen - dann Führungen

Der Spreepark war am 4. Oktober 1969 zum 20. Geburtstag der DDR als "Kulturpark Plänterwald" eröffnet worden. Der Volkseigene Betrieb (VEB) Kulturpark war der einzige ständige Freizeitpark der DDR. Das 40 Meter hohe Riesenrad war die Hauptattraktion. Nach der Wende hatte die westdeutsche Schaustellerfamilie Witte den Park übernommen, war später aber pleitegegangen.

Seitdem verfällt das Gelände, wurde aber zuletzt für temporäre Theateraufführungen oder als Filmkulisse genutzt. Schmidt hatte zudem nach der Übernahme des Spreeparks durch die Grün Berlin GmbH verkündet, es solle möglichst bald Führungen über das etwa 30 Hektar große Gelände geben. Zunächst muss aber die Verkehrssicherheit für das Gelände hergestellt werden; derzeit finden Aufräumarbeiten auf dem Areal statt.

Auch um den arsenverseuchten Boden muss sich der neue Betreiber kümmern. Für die Sanierung der Fläche im Spreepark stehen öffentliche Mittel zur Verfügung.

Im Februar 2015 hatte Berlins Finanzsenator Kollatz-Ahnen angekündigt, zehn Millionen Euro aus dem Sondervermögen zur Infrastruktur der wachsenden Stadt (SIWA) bereitzustellen. Nach Schätzungen der Berliner Immobilienmanagement GmbH wird davon etwa ein Drittel für den Spreepark, und zwei Drittel für das Eierhäuschen verwendet werden.

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