Eine Frau gibt eine Speichelprobe für einen Massen-Gentest ab. (Quelle: Hendrik Schmidt dpa)
Video: Abendschau | 17.03.2016 | Kerstin Breinig

Untersuchung in Flüchtlingsheim mit 500 Frauen - Massenspeicheltest im Fall des toten Säuglings von Lichtenberg

Im Fall des getöteten Babys, das vergangene Woche in Berlin-Lichtenberg gefunden wurde, führten Spürhunde die Ermittler zu einem Flüchtlingswohnheim. Am Donnerstag hat die Polizei dort Speichelproben von weit über 300 Frauen genommen, um sie mit der DNA des Kindes zu vergleichen. Mit einem Ergebnis wird erst nach Ostern gerechnet.

Im Fall des toten Säuglings, der in der vergangenen Woche in einer Grünanlage in Berlin-Lichtenberg gefunden wurde, hat die Polizei am Donnerstag Speichelproben von Frauen in einem Flüchtlingswohnheim genommen. Spezialspürhunde hatten zu der Unterkunft in der Ruschestraße in der Nähe des Fundorts geführt. Daraufhin gab es einen richterlichen Beschluss, mit Einwilligung der Betroffenen Speichelproben zu nehmen, um diese mit der DNS des Babys vergleichen zu können.

Knapp 500 Frauen leben in der Unterkunft, weit über 300 hätten freiwillig Speichelproben abgegeben, sagte Polizeisprecherin Patricia Brämer am Freitag rbb online. Diese Proben würden nun ausgewertet, ein Ergebnis sei frühestens nach Ostern zu erwarten. Wann die Speichelproben der anderen Frauen genommen werden, konnte Brämer nicht sagen. Die Polizeisprecherin betonte, dass sowohl die Frauen in der Unterkunft wie auch die Mitarbeiter dort sehr kooperativ seien.  

Säugling war lebend zur Welt gekommen

Ein Spaziergänger hatte das Baby am Dienstag vergangener Woche in der Grünanlage entdeckt. Der unbekleidete Körper war in ein blaues und ein rosa Handtuch gewickelt und steckte in einem blauen Müllsack. Das kleine Mädchen war laut Rechtsmedizin nicht fachgerecht entbunden worden, kam aber lebend zur Welt. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Säugling getötet wurde.

Zuletzt wurde in Berlin 2013 ein Massengentest angeordnet, um die Mutter eines toten Säuglings zu finden. 800 Frauen gaben damals freiwillig Speichelproben ab - die Mutter war nicht dabei.

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