Regionalexpress RE2 (Quelle: imago/Schöning)

Zweites Gleis zwischen Cottbus und Lübbenau - Das Lausitzer Nadelöhr soll weg

Der wichtige Bahnabschnitt zwischen Lübbenau und Cottbus ist seit Jahrzehnten nur eingleisig befahrbar. Das zweite Gleis war nach dem Zweiten Weltkrieg als Reparation in die Sowjetunion geliefert worden. Doch jetzt sollen die Planungen für ein weiteres Gleis beginnen. Für drei abgeschnittene Orte könnte das positive Auswirkungen haben.

Züge zwischen Cottbus und Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) sollen bald pünktlicher und häufiger fahren. Auf der bislang eingleisigen, knapp 30 Kilometer langen Strecke soll ein zweites Gleis verlegt werden. Vertreter der Deutschen Bahn und Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) haben am Montag eine entsprechende Planungsvereinbarung unterzeichnet.

"Der zweigleisige Ausbau des Streckenabschnitts ist dringend erforderlich. Nicht nur für die Verbesserung des Angebots zwischen der Lausitz und Berlin, sondern auch mit Blick auf die grenzüberschreitenden Verkehre nach Polen", erklärte Schneider per Pressemitteilung. Joachim Trettin, Konzernbevollmächtigter der Bahn, sagte, mit dem Ausbau werde der Engpass auf der Strecke beseitigt.

Kosten derzeit noch nicht abschätzbar

Die Strecke ist eine der wichtigsten Bahnverbindung zwischen Berlin und der Lausitz. Hier gibt es häufig Verspätungen, weil sie nur eingleisig befahrbar ist. Die Schienen des zweiten Gleises waren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges als Reparation für die damalige Sowjetunion demontiert worden.

Brandenburg habe den geplanten Ausbau in den Bundesverkehrswegeplan 2030 eingebracht, der vom Bund noch bewertet werden muss, teilte das Ministerium mit. Die Entscheidung darüber solle in rund zwei Wochen feststehen, sagte Ministeriumssprecher Steffen Streu rbb online.

Die Planungen übernimmt die Bahn, bis Ende 2017 sollen die ersten beiden Planungsphasen einschließlich Vermessung und Erstellung eines Baugrundgutachtens beendet sein. Reichen die Brücken? Tragen die Trassen die zusätzlichen Lasten? Und reicht überhaupt der Platz für ein zweites Gleis? Diese Fragen sollen in den beiden Phasen beantworten werden, das Land Brandenburg kommt dafür mit 2,4 Millionen Euro auf. Erst dann könne man auch die Kosten für das Projekt abschätzen, so Streu. 2022 könnte die Strecke ausgebaut sein.

Drei Stopps weniger in Südbrandenburg

Die verkehrspolitische Sprecherin der Linken, Anita Tack, begrüßt den Ausbau: "Wir betrachten den künftigen Streckenausbau als einen längst fälligen Schritt, weil dieses Projekt für eine deutliche Qualitätsverbesserung im Bahnverkehr sorgen und für eine Stärkung des Bahnverkehrs auf dieser und den entsprechenden Verknüpfungsstrecken mit sich bringen wird." Fahrgäste, Lokalpolitik und Bürgerinitiativen hätten seit langem auf das Defizit aufmerksam gemacht. Tack hofft auf eine "zügige Umsetzung des Vorhabens".

Um auf der Strecke etwas Zeit zu sparen und Verspätungen zu verringern, waren zum Winterfahrplan drei Stopps auf der Strecke gestrichen worden: In Kolkwitz, Kunersdorf und Raddusch halten die Züge der Linie RE2 nur noch sehr früh und sehr spät. Ministeriumssprecher Streu sagte rbb online weiter, dass das Land nach dem Ausbau einen Verstärkerzug plant, der die drei Orte wieder stündlich anfahren soll. Das habe das Ministerium auch in die Pläne für den Bundesverkehrswegeplan 2030 geschrieben.

Ministerin Schneider sagte im vergangenen Jahr, die Halte an den geringer frequentierten Stationen müssten eingeschränkt werden, um den RE2 "zu stabilisieren und die 6.500 Leute, die da täglich drin sind, pünktlich und stabil an ihre Ziele zu bringen." Die Bahn hatte im vergangenen Jahr in ihrer "Fernverkehrsoffensive" angekündigt, die Strecke ab 2022 wieder im Zweistundentakt bedienen zu wollen.

Ausbahn Bahnstrecke zwischen Cottbus und Lübbenau (Quelle: rbb)

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