Die gesperrte Tauentzienstraße am 01.02.2016 in Berlin nach einem illegalen Autorennen, bei dem ein unbeteiligter Fahrer ums Leben gekommen ist (Foto: dpa / Britta Pedersen)

Nach Tod eines 69-Jährigen in Berlin-Charlottenburg - Zweiter Verdächtiger nach illegalem Autorennen in Haft

Im Februar starb bei einem illegalen Autorennen auf dem Berliner Tauentzien ein Unbeteiligter, als sein Fahrzeug gerammt wurde. Am Donnerstag ist auch der zweite der beiden Männer, die sich die Rennen geliefert haben sollen, verhaftet worden. Werden sie verurteilt, drohen ihnen mindestens fünf Jahre Gefängnis.

Einen Monat nach dem tödlichen Autrennen am Berliner KaDeWe ist nun auch der zweite mutmaßliche Raser in Untersuchungshaft. Der 24-Jährige wurde am Mittwochnachmittag gefasst, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Gegen ihn wurde ein Haftbefehl wegen Totschlags erlassen.

Am Dienstag verhaftete die Polizei bereits einen 27-Jährigen, der bei dem illegalen nächtlichen Autorennen den anderen Wagen gefahren haben soll.

Mit über 100 km/h seitlich in ein Auto gerast

Die beiden Sportwagenfahrer sollen in der Nacht zum 1. Februar mit weit über 100 Stundenkilometern über die Tauentzienstraße in Charlottenburg gerast sein. Beide Beschuldigte überfuhren, so der Vorwurf, mit hoher Geschwindigkeit eine rote Ampel.

Der 27-Jährige kollidierte dabei mit dem von rechts kommenden Fahrzeug des 69-Jährigen. Nach Angaben der Ermittler schleuderte das Auto durch die Wucht des seitlichen Aufpralls rund 70 Meter weit in Richtung Wittenbergplatz. Der Insasse starb noch an der Unfallstelle.

Der 24-Jährige versuchte offenbar, dem Crash auszuweichen und landate dabei auf dem Hochbeet des Mittelstreifens. Beide Raser wurden schwer verletzt, ebenso wie die 22-jährige Beifahrerin des 24-Jährigen.

"Ohne Rücksicht auf Verluste"

Beide Fahrer hätten "ohne Rücksicht auf Verluste" gewinnen wollen und dabei den möglichen Tod von Dritten billigend in Kauf genommen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Den Männern werde deshalb ein bedingter Tötungsvorsatz vorgeworfen.

Für Totschlag liegt die Strafe bei mindestens fünf Jahren Gefängnis. Der Strafrahmen für fahrlässige Tötung, wie der Vorwurf häufig bei tödlichen Verkehrsunfällen lautet, bewegt sich zwischen Geldstrafen, Bewährungsstrafen und Gefängnis bis zu fünf Jahren.

Oderbrücke in Frankfurt (Oder) (Quelle: rbb/ Haase-Wendt)

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