Zigarettenschachteln mit Aufdrücken von Folgeschäden des Zigarettenkonsums stehen hinter einem Aschenbecher mit einer qualmenden Zigarette (Quelle: dpa/Jonas Güttler)

Das Netz wettert gegen Schockbilder auf Zigarettenschachteln - "Und bald Fettleber auf der Salamipackung ..."

Mindestens zwei Drittel der Zigarettenpackungen müssen ab Freitag mit abschreckenden Bildern bedruckt werden - so will es die EU-Tabakrichtlinie. Im Netz wird unter dem Hashtag #Schockbilder darüber diskutiert. Großes Verständnis für die Gruselfotos ist meist nicht dabei.

Seit Freitag müssen große abschreckende Bilder und Warnhinweise auf Zigarettenschachteln gedruckt werden. Zwei Drittel der Packung sollen sie künftig mindestens bedecken. Grund dafür ist die neue EU-Tabakrichtlinie vor, die Deutschland nun umsetzt.

Künftig sollen Bilder von teerverseuchten Lungen oder vom Rauchen zerstörten Zähnen auf den Packungen zu sehen sein. Eine Auswahl davon haben wir in einer Bildergalerie gesammelt:

Nichts für schwache Nerven

Der Nutzen solcher Bilder ist umstritten. Im Netz wird darüber unter dem Hasthag #Schockbilder diskutiert. Viel Verständnis für die neuen Bilder ist nicht dabei:

Auch bei unserer Umfrage auf Twitter waren die Befürworter der Bilder bis Freitagmittag in der Minderheit. Das aktuelle Abstimmungsergebnis erfahren Sie beim Klick aufs Bild.

Warum nicht auch ein Warnhinweis für Alkohol und Nutella?

Manche User fragen sich, warum die Warnhinweise eigentlich nur auf Zigaretten beschränkt sind. Auf unserer Facebook-Seite schreibt etwa Marco da Silva: "Warum aber macht man Vergleichbares nicht bei Alkohol??"

Andere gehen noch weiter:

Eine ganz eigene Vorstellung von "Schockbildern" präsentierte die "taz" am Freitagmorgen auf ihrer Titelseite:

Ein User fühlt sich zu einem kleinen kulturellen Scherz animiert: Als "Mutter aller #Schockbilder" postet er ein schwarz-weißes Foto des berühmten Tenors Rudolf Schock (1915-1986).

Wer übrigens jetzt gleich aufgeregt zum Kiosk läuft, um eine Packung Kippen mit Schockbild zu kaufen, wird wohl enttäuscht werden: Vor dem Spätsommer oder Herbst werden sie nach Auskunft des Geschäftsführers des Deutschen Zigarettenverbandes, Jan Mücke, nicht in den Verkauf gehen. Bis dahin würden noch vorab produzierte Zigaretten "abverkauft".

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Heute habe ich als Nichtraucher zwangsweise im Kassenbereich so ein Bild mit einer blutenden Frau sehen müssen. Meine Mutter ist gerade an den Folgen eines Unfalls gestorben.
    Danke EU für die Schockbilder die mir in meiner Trauer noch einen heftigen Kreislaufschock bescherten, da ich Ihre Wunden versorgen musste kommen beim Anblick solcher Bilder unnötige Flashbacks.
    Die Bilder sind mir als Nichtraucher grundsätzlich egal, da ich sie in meinem privaten Umfeld nicht zu sehen bekomme. Aber aus den öffentlichen Raum müssen sie verschwinden.
    Trauernde und Kriegstraumatisierte die es in der EU mittlerweile viele gibt, werden unnötig weiter traumatisiert.
    Psychiche Belastungen an diese Personengruppen sollten gerade in der jetzigen schweren Zeit unterbleiben.
    Wer solche Bilder für gut findet ist in meinen Augen einfach ein perverser Sack.
    Vieleicht finden bald die Bürger solchen Anblick normal und die Schwelle seine Mitmenschen zu åhnlich aussehenden Krüppel zu prügeln sinkt weiter.

  2. 1.

    Ich glaube kaum, dass diese "Schockbilder" jemanden vom rauchen abhalten werden. Bin seit ca. 50 Jahren Raucher und habe keine Ambitionen Lungenkrebs zu bekommen. Vielmehr frage ich mich, warum man das Rauchen verbieten will, aber das kiffen fördert (Freigabe von Cannabis an alle). Es scheint doch, wenn alle Leute bekifft sind, können unsere Europolitiker machen was sie wollen.

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