Passanten sind am 22.08.2015 unterwegs auf dem Alexanderplatz in Berlin (Quelle: imago/Ralph Peters)

Auch Brandenburgs Bevölkerung wächst - Berlin knackt die 3,5-Millionen-Einwohner-Marke

Die Flüchtlinge haben das Wachstum Berlins weiter beschleunigt. Mittlerweile leben mehr als 3,5 Millionen Einwohner in der Stadt. Auch die Einwohnerzahl in Brandenburg hat sich durch die neuen Zuwanderer auf knapp 2,5 Millionen gesteigert - nicht zuletzt, weil es vom knappen Wohnungsmarkt in der Hauptstadt profitiert.

Berlin hat erstmals seit 1944 wieder mehr als 3,5 Millionen Einwohner. An Silvester 2015 waren 3,52 Millionen Menschen in der Stadt gemeldet, wie das Amt für Statistik am Donnerstag mitteilte. Das waren gut 50.000 oder 1,4 Prozent mehr als zu Jahresbeginn. Die Zahl der Wohnungen wuchs im selben Zeitraum jedoch nur um rund 10.900.

Zum Bevölkerungswachstum trugen auch Flüchtlinge bei, die jedoch zum Stichtag nicht alle erfasst waren. Eine Einwohnerzahl von mehr als 3,5 Millionen wurde für Berlin 2011 schon einmal genannt. Nach einer Volkszählung korrigierten die Behörden sie aber um 180.000 nach unten.

Berlin wächst nur durch Zuzug durch Ausländer

182.000 Menschen zogen im vergangenen Jahr nach Berlin, 139.000 wieder weg. Dazu kam ein Geburtenüberschuss: 38.000 Kinder wurden geboren, 34.300 Menschen starben. Neben Hamburg ist Berlin damit das einzige Bundesland, in dem mehr Menschen geboren werden als sterben.

Beim Zuzug wuchs Berlin im vergangenen Jahr nur noch durch Ausländer. Mit einem Saldo von gut 11.000 waren Syrer die größte Gruppe, es folgen Afghanen, Bulgaren, Rumänen, Iraker und Albaner mit jeweils rund 2.000. Polen liegt als stärkstes EU-Land mit einem Plus von 1.800 an siebter Stelle.

Berliner Bevölkerungszahl lag Ende des Jahres 2015 bei über 3,5 Millionen (Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg )
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Von Berlin nach Brandenburg

Wie viele Flüchtlinge in der neuen Bevölkerungszahl enthalten sind, lässt sich nicht exakt sagen. Die Statistiker schätzen, dass rund 40.000 der Neuankömmlinge schon enthalten sind. Wohnungen bleiben in der Stadt knapp, legt man die durchschnittliche Haushaltsgröße von etwa 1,8 Personen zu Grunde. Immer mehr Berliner ziehen deshalb nach Brandenburg um. Unterm Strich verlor Berlin 12.000 Einwohner an das Nachbarland, 10.000 davon ließen sich im Umland nieder. Seit 2011 steigt diese Zahl jährlich an.

Brandenburg verzeichnet erstmals Zuwachs seit 2014

Auch Brandenburgs Bevölkerung wächst wieder schneller. Dabei profitiert das Land auch vom Flüchtlingszuzug. Im vergangenen Jahr nahm die Einwohnerzahl um knapp 27.000 auf 2,485 Millionen zu, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte. 2014 lag der Zuwachs bei lediglich etwa 8.700 Menschen. Erstmals seit der Jahrtausendwende hatte die Bevölkerung 2014 wieder zugenommen.

Bevölkerungszahl des Landes Brandenburg im Jahr 2015 deutlich gestiegen (Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg)
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Auch hier beruht die positive Entwicklung ausschließlich auf Zuwanderungen. Den Angaben zufolge zogen 2015 rund 95.500 Menschen in die Mark, aber nur 57.800 verließen das Land. Die meisten Neu-Brandenburger waren Ausländer (plus 43.000). Rund ein Viertel waren Flüchtlinge aus Syrien.

Dem Wanderungsgewinn stand im Vorjahr ein Geburtendefizit gegenüber. Rund 19.100 Kinder kamen zur Welt, etwa 30.700 Menschen starben.

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